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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Angebliche päpstliche Ernennungen für Bistümer in Polen. ‒ Papst (Johannes XVIII.) providiert auf Bitten des Polenherrschers Boleslaw (I.) den Römer Martin zum Bischof für das vakante Bistum Płock und bestätigt den durch Klerus und Volk von Breslau (Smogorzoviensis ecclesiae) zum Bischof erwählten und durch Boleslaw promovierten Italiener Clemens in seiner Würde.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Długosz, Ann. 1005 f. (Dąbrowski 252 u. 254); Długosz, Cat. ep. Wratislaviensium (Opera I 444). Reg.:Lit.: Daugnon, Gli Italiani in Polonia II 132; Schulte, Dlugossiana 128 u. 139; Völker, Kirchengesch. Polens 42.

Kommentar

Die Nachrichten des spätmittelalterlichen polnischen Historikers über die päpstlichen Ernennungen für Płock und Breslau sind dessen Erfindung, denn das Bistum Płock wurde erst um 1076 gegründet, und als Bischof des im Jahre 1000 begründeten Bistums Breslau bezeugt der zeitgenössische Chronist Thietmar v. Merseburg (MGSS. N. S. IX 184) einen gewissen Johannes. Die Namen der späteren Breslauer Bischöfe, die laut Długosz zunächst in Schmograu residierten, sind erst ab 1051 bekannt: vgl. Brzoska, Gründung des Bistums Breslau 27 ff. Długosz irrt auch in der Chronologie: Die Bestätigung des Breslauer Bischofs soll nach den Ann. 1006, nach dem Cat. 1005, die Provision für Płock im Jahre 1005, alles aber durch Papst Benedikt VII. erfolgt sein. In bezug auf die Provision überträgt Długosz anachronistisch Vorstellungen seiner Zeit in die Vergangenheit.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †999, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1005-00-00_4_0_2_5_0_1049_F999
(Abgerufen am 29.05.2017).