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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XVIII.) sendet den Bischof und römischen Bibliothekar Leo als Legaten zu König Heinrich (II.) nach Deutschland. Der Legat nimmt an der Weihe des vom Papste mit dem Pallium und einem Privileg ausgestatteten Erzbischofs Tagino von Magdeburg teil und wirkt an der Wiederherstellung des Bistums Merseburg mit.

Überlieferung/Literatur

Erw.: MG. DH. II n. 63 (Böhmer-Graff n. 1556); Thietmar v. Merseburg, Chr. V 44 (MGSS. N. S. IX 270); Gesta archiep. Magdeburgensium 15 (MGSS. XIV 392); Ann. Saxo 1004 (MGSS. VI 653); Gesta ep. Halberstadensium (MGSS. XXIII 90). Reg.: Israel-Möllenberg, UB. Magdeburg 167 n. 120. Lit.: Engelmann, Legaten 104 f.; Kehr, Erzbistum Magdeburg 47 ff.; Holtzmann, Aufhebung und Wiederherstellung 70 ff.; Schlesinger, Mitteldeutsche Beiträge 333 ff.; Holtzmann, Kaiserzeit 428; Schlesinger, Kirchengesch. Sachsens I 80 f.; Schwineköper, Regierungsantritt 193; Claude, Gesch. Magdeburg I 228.

Kommentar

In der zitierten Königsurkunde vom 24. Feb. 1004 wird die Entsendung eines Legaten erwähnt (... presente ... Romane sedis bibliothecario ad nos misso Leone pontifice), der auch als Zeuge in MG. DH. II n. 62 u. 64 (Böhmer-Graff n. 1554 u. 1557) erscheint. Alle drei Urkunden beziehen sich auf die Wiederherstellung des Bistums Merseburg, an der auch laut den Gesta ep. Halberstadensium der Legat teilnahm. Holtzmann erschließt, daß Leo vom Papst diesbezüglich bes. Aufträge hatte und die Erneuerung des Bistums auf päpstliche Initiative zurückgeht, obgleich in keiner Quelle eine bes. Aktivität des Legaten notiert wird. Die Teilnahme Leos an der am 2. Feb. 1004 in Merseburg erfolgten Weihe Taginos erwähnt Thietmar (presente Romano nuncio) und ihm folgend der Ann. Saxo; vgl. auch Böhmer-Graff n. 1553 f. Die Verleihung des Pallium an Tagino erfährt man aus den Gesta archiep. Magdeburgensium (suscipiens pallium a papa Johanne). Man kann annehmen, daß der Legat das Pallium überbrachte. Seine Abreise müßte demnach knapp nach der Inthronisation Johannes' XVIII. noch Ende 1003 oder spätestens in den ersten Tagen des Jahres 1004 erfolgt sein. Die Gewährung eines Papstprivilegs für Tagino, das wohl ebenso Leo überbrachte und das heute verloren ist, kann aus Thietmar erschlossen werden (ut scriptura eius testatur). Kehr vermutet, daß diese Urkunde dem Erzbischof das Recht verliehen habe, sich vom Papste ordinieren zu lassen; vgl. dazu aber die Ausführungen von Beumann bei Schlesinger, Beiträge. Über den Legaten vgl. auch Santifaller, Elenco 118 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 981, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1003-00-00_1_0_2_5_0_1026_981
(Abgerufen am 21.10.2017).