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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Vor einer unter dem Vorsitz des Papstes Silvester II. tagenden Synode verklagt der lateranensische Skriniar Petrus namens des anwesenden Abtes (Petrus) von San Pietro (di Calvario) bei Perugia (sancti Petri non longe a Perusina civitate) den Bischof Cono von Perugia wegen der durch seine Vasallen durchgeführten Gewalttaten und Beraubungen von Kloster und Abt. Der Bischof erklärt sich zur Satisfaktion für die nicht mit seiner Billigung erfolgten Frevel bereit, ersucht aber Papst und Synode, die Zugehörigkeit des Klosters zu seiner Diözese zu bekräftigen. Er wird vom Papste auf das längst bestehende Schutzverhältnis der Abtei zur römischen Kirche unter Vorlage der Privilegien Johannes' (XV.) und Gregors (V.) (n. 644 u. n. 848) aufmerksam gemacht, deren rechtmäßige Erwerbung römische Kleriker gegen Einwendungen Conos eidlich bezeugen, so daß dieser sich veranlaßt sieht, auf das Kloster samt allen Pertinenzen zugunsten des Papstes zu verzichten und dem Abte seine Unterstützung zu versprechen. Papst und Synode setzen als Strafe für künftigen Friedensbruch eine an den Lateran zu zahlende Summe von zehn Goldpfund fest. ‒ Quecumque lites ...

Überlieferung/Literatur

Druck: Leccisotti-Tabarelli, Carte I 1. Erw.: MG. DF I n. 413. Reg.: JL. I p. 499; IP. IV 62 n. 3 u. 67 n. 4; Boye, QuKat. 70; Zimmermann, PUU. 773 n. 406. Lit.: Stefano, Reg. 9; Brunamonti-Tarulli, Appunti stor. 394 ff.; Rochemaure, Gerbert 668; Tangl, Teilnehmer 120; R. Morghen, Il monastero di San Pietro in Perugia e la riforma monastica del secolo XI (Bollet. della deputazione di storia patria per l'Umbria 64/1967, 13 f.); Cencetti, San Pietro di Perugia 48; Spinelli, Aspetti italiani 296.

Kommentar

Zur handschriftlichen Überlieferung vgl. IP. IV 67 n. 4 und die zitierte Edition, wo auch ältere Drucke angegeben sind. Im Klosterarchiv befindet sich in cas. VIII unter n. 19 ein Pergamentblatt (vgl. Santifaller, Beschreibstoffe 89 n. 2) mit der in Minuskelschrift abgefaßten ältesten Aufzeichnung über die Synode, das späteren Kopien und Drucken zugrunde lag. Es wurde vielfach und auch von Kehr für ein Original gehalten, entbehrt aber aller Zeichen einer offiziellen Ausfertigung, so daß die letzten Editoren der Ansicht Breßlaus in MIÖG. 9/1888, 15 folgend eher an eine in Perugia hergestellte Notiz über die Synode denken. Vgl. dazu auch das Facsimile in Arch. paleografico ital. II Taf. n. 98. Das eigentliche Synodalinstrument muß demnach als verloren gelten. Am unteren Rande der Notiz finden sich in zeitgenössischer Schrift die Worte: Johannis videlicet Gregorii atque Silvestri, womit wohl auf die im Kontext erwähnten Privilegien n. 644 und n. 848 sowie auf das Synodalinstrument Silvesters II. angespielt werden sollte. Kehr hat IP. IV 67 n. *3 daraus aber auf ein eigenes, heute verlorenes Privileg Silvesters II. geschlossen, das wie n. 644 und n. 848 auch in Kaiserdiplomen Konrads II., Heinrichs III. und Friedrichs I. erwähnt werde (vgl. Leccisotti-Tabarelli 10, 25 u. 94), wogegen sich Leccisotti-Tabarelli ausgesprochen haben. Die Datierung der Synode lautet in der Notiz: in palatio sacrosancto Lateranensi a. IV. ordinationis suae (Silvesters II.), men. Dec., die III., ind. I. Das Pontifikatsjahr ist nicht exakt berechnet.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 970, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1002-12-03_1_0_2_5_0_1015_970
(Abgerufen am 29.06.2017).