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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Silvester (II.) bestätigt dem Abt Odo von San Cugat del Vallés (Odo religioso episcopo atque abbati venerabilis monasterii sancti Cucuphatis martiris fundati in comitatu Barch. in loco, qui dicitur Octauianus) (D. Barcelona) wunschgemäß genannte Besitzungen, Schenkungen und Einkünfte seines Klosters in dessen Umgebung mit Angabe der Besitzgrenzen, in der Stadt und Grafschaft Barcelona sowie in den Grafschaften Manresa, Vich und Gerona (infra muros civitatis Barcellone ... et in comitatu Menresa ... Ausonensi ... Gerundensi); verbietet Besitzstörung; verleiht das Recht der freien Abtwahl gemäß der Benediktinerregel; befreit von der Abgabenpflicht bei der Abtweihe und erlaubt deren Einholung bei jedem beliebigen Bischof oder in Rom, falls sich der Diözesanbischof weigern sollte, gratis zu ordinieren. ‒ Quoniam concedenda sunt ... Scr. pm. Petri not. et scrin. SRE. in men. Dec., ind. suprascr. I.

Überlieferung/Literatur

Org.: Papyrus (755 X 1230), Barcelona Arch. gen. Kop.: 13. Jh., Barcelona Arch. gen.: Cartularium s. Cucuphatis fol. 1. Facs.: Kehr, Die ältesten PUU. n. 9; Pont. Rom. dipl. n. 12. Drucke: B. de Moxó y de Francoli, Memorias historicas del Real monasterio de San Cucufate del Vallés (Barcelona 1790) 81; Millares, Doc. 212; Kehr, Die ältesten PUU. 54 (fragm.); Pont. Rom. dipl. n. 12 (fragm.); Peray, San Cugat 197; Rius, Cartulario II 30; Zimmermann, PUU. 769 n. 405. Reg.: Pflugk-Harttung, Päpstl. Originalurk. 494 n. 14; JL. 3927; Omont, Bulles pont. 581 n. 18; Santifaller, Elenco 322; Ferrando, El archivo 24; Rosell, Reg. 17 n. 1; Santifaller, Beschreibstoffe 34 n. 20; Rabikauskas, Kuriale 228; Mundó, Notes 115. Lit.: Ewald, Diplomatik Silvesters 327 f.; Breßlau, Papyrus und Pergament 1 f.; Millares, Doc. 193 ff.; Kehr, Die ältesten PUU. 21 ff.; Kehr, Prinzipat 17; Peray, San Cugat 110 f.; Villada, Hist. de España III 326; Griera, La cultura 15; Bauer, Rechtsverhältnisse 39 ff.; Engels, Schutzgedanke 244; Linage-Conde, Origenes III 523 f.; Kortüm, UrkSprache 55 ff. u. 277 f.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Kehr, PUU. in Spanien I 61 f., 106 u. 114 sowie Rius 30. Das Papyrusoriginal ist durch Sonnenlicht stark ausgebleicht und zerfetzt, der obere Teil fast gänzlich zerstört, doch lassen sich aus dem Chartular die fehlenden Stellen ergänzen. Die noch erhaltene Bleibulle (vgl. auch Serafini, Le bolle p. LXXXVIII) beschrieb zuletzt Millares 211. Auf ihrer Versoseite erscheint ein durch Punkte verziertes Kreuz mit der Unterschrift papae, eine hier erstmals auftauchende Form. Die Schrift des Originals ist die römische Kuriale. Am unteren Rand der Urkunde befindet sich neben dem Chrismon in der Form des Christusmonogrammes (X-P) und dem Bene valete in tachygraphischen Noten die Unterschrift des Papstes: Siluester Gerbertus Romanus episcopus; vgl. dazu Ewald 328 und Millares 205 ff. Empfänger des Privilegs war Bischof Odo von Gerona (995‒1010), der gleichzeitig auch als Abt von San Cugat fungierte und die Urkunde sowie das gleichzeitig auch ausgefertigte Papstprivileg für Gerona (n. 968) persönlich in Rom unter Vorlage entsprechender Textentwürfe erbeten haben dürfte; vgl. Kehr, Prinzipat 17 u. Kortüm 55 ff. Das Diplom diente später als Vorurkunde für n. 1025 u. n. 1262. Am unteren Rande des Originals ist noch eine kurze Urkunde des Grafen Raimund Borell von Barcelona vom 29. März 1013 aufgezeichnet worden (ed. Rius 97; vgl. dazu auch Bauer 41). Weiters finden sich hier noch spätere unterschriftliche Beglaubigungen. Zur Verleihung der freien Abtwahl und der dabei gebrauchten Formel vgl. auch Hirsch in MÖIG. 54/1941, 414 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 969, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1002-12-00_2_0_2_5_0_1014_969
(Abgerufen am 29.03.2017).