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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Silvester (II.) ersucht den Herzog Heinrich (IV.) von Bayern (Henricum, qui eo tempore ducatum tenebat Baiuuariorum), den Patriarchen Johannes (IV.) von Aquileja zu ermahnen, die Kirche von Poreč nicht weiter zu belästigen (ut ab infestatione sanctae Parentinae ecclesiae recederet).

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 1050. Reg.: GP. I 392 n. *27; IP. VII/2, 232 n. *4. Lit.: Lenel, Studien 73; Kehr, Rom und Venedig 76; Uhlirz, Jahrbücher Otto III. 377; Spinelli, Aspetti italiani 284.

Kommentar

Zu den Streitigkeiten zwischen dem Patriarchen und dem Bischof Andreas von Poreč über die Pfarre Rovinj in Istrien vgl. n. 918. Die päpstliche Bitte an den Herzog dürfte nach dem Scheitern der dreimaligen Zitation des Patriarchen erfolgt sein und vermutlich im Apr. 1001, als Heinrich bei Kaiser und Papst in Ravenna war, vgl. Uhlirz 371. Damals erhielt auch der Patriarch zwei kaiserliche Diplome (Böhmer-Uhlirz n. 1414 u. 1415), in denen ihm zwar Besitzungen in Istrien, aber nicht die Pfarre Rovinj zugesprochen wurde. Daß gegen ihn wegen seiner Weigerung, vor päpstlichen Synoden zu erscheinen, nicht schärfer vorgegangen wurde, hängt vielleicht mit der kaisertreuen Haltung des Patriarchen zusammen, die im Gegensatz zur Politik des Bischofs von Poreč stand; vgl. Uhlirz 377. Der Herzog sollte wohl eine Einigung herbeiführen und dadurch energischere Maßnahmen des Papstes unnötig machen. Aus n. 1050 erfährt man jedoch, daß die Bemühungen keinen Erfolg hatten, was wiederum das Papstprivileg n. 953 veranlaßte, in dem grundsätzlich die Rechte des Bischofs anerkannt wurden.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 944, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1001-04-00_1_0_2_5_0_989_944
(Abgerufen am 25.03.2017).