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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Auf Grund eben eingelangter Nachrichten, die ein Bote aus Hildesheim gemeinsam mit an Papst und Kaiser adressierten Briefen überbracht hat, informiert Bischof Bernward von Hildesheim in Gegenwart der zu Beratungen versammelten (n. 927) Bischöfe und Fürsten den Papst (Silvester II.) und den Kaiser (Otto III.) über die Maßnahmen des Erzbischofs Willigis (von Mainz) im Gandersheimer Streit, besonders über die Ereignisse auf der durch den Erzbischof (am 28. November 1000) in Gandersheim abgehaltenen Synode, und erbittet deren Entscheidung in Form eines Dekretes. Darauf befehlen Papst und Kaiser, die wegen der Verletzung päpstlicher und kaiserlicher Rechte durch Willigis sehr erregt sind, auch auf Rat des Herzogs Heinrich (IV. von Bayern) den Zusammentritt eines Konzils (in Rom).

Überlieferung/Literatur

Erw.: Thangmar v. Hildesheim, Vita Bernwardi 21 f. (MGSS. IV 768); Wolfher v. Hildesheim, Vita Godehardi 22 (MGSS. XI 183); Ann. Hildesheimenses 1001 (Waitz, SS. rer. G. 8/1878, 28). Reg.: Böhmer-Uhlirz n. 1396 d; Böhmer-Graff n. 1483 x. Lit.: Böhmer, Willigis 96 f.; Tschan, Bernward of Hildesheim I 179; Uhlirz, Jahrbücher Otto III. 349 f.; Holtzmann, Kaiserzeit 370; Goetting, Bistum Hildesheim 187.

Kommentar

Über das römische Konzil vgl. n. 929. Laut Thangmar und Wolfher wurde dessen Zusammentritt erst durch die Berichterstattung Bernwards veranlaßt, doch ist anzunehmen, daß es schon früher geplant war; vgl. Uhlirz 349. Der Zeitpunkt ergibt sich aus den Ann. Hildesheimenses: Bernwardus episcopus in epiphaniis super multis infestacionibus archiepiscopi Willigisi et maxima de sinodo, quam in sua, id est Gandeshemensi, ecclesia cum extraneis episcopis habuit, conquestus ... Auch aus den Viten Thangmars und Wolfhers kann entnommen werden, daß Bernward bei den Beratungen am 5. Jan. (vgl. n. 927) noch nichts über die Gandersheimer Synode wußte und der Hildesheimer Bote, den der mit der Vertretung Bernwards in Hildesheim beauftragte Bischof Ekkehard von Schleswig (vgl. über ihn H. Kugler in: Series episcoporum VI/2, 1992, 103 ff.) nach der Synode abgesandt hatte, knapp nach dem Eintreffen Bernwards in Rom hier ankam: Interea legatus Romam super his domno episcopo dirigitur, scripta quoque domno apostolico et imperatori lacrimoso admodum stilo ferebat, unde tam apostolicus quam imperator ... graviter commoti ... (MGSS. IV 768). Sine mora autem post seniorem nostrum legatus Romam destinatur, per quem ei et huius invasionis factio demandatur, quod domnus episcopus apostolico et imperatori lacrimabiliter intimavit, et maiestatis eorum ... decretum diffinitionemque humiliter imploravit. Utriusque principis iussione sinodus ... congregatur ... (MGSS. XI 183). Über die Fürsprache des Bayernherzogs vgl. Thangmar 22 (MGSS. IV 768). Über die Gandersheimer Synode vgl. Boye, QuKat. 69, Böhmer-Uhlirz n. 1394 a und Wolter, Synoden 186 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 928, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1001-01-06_1_0_2_5_0_973_928
(Abgerufen am 26.03.2017).