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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Silvester (II.) gibt allen Gläubigen (omnibus christiane religionis cultoribus) bekannt, daß er auf persönliche Bitte des Bischofs Bernward von Hildesheim sowie wegen des frommen Eifers des Kaisers Otto (III.) dem Michaelskloster in Hildesheim (monasterio ... sancti Michaelis) für genannte Festtage, insbesondere für das Michaelsfest und dessen Oktav, bestimmte Ablässe gewährt habe. ‒ Cunctis catholice institutionis ... Dat. Rome apud s. Petrum a. dom. MI., apost. nostri a. II.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: Drucke: Janicke, UB. Hildesheim I 36; Zimmermann, PUU. 757 n. † 397.

Kommentar

Die Edition von Janicke beruht auf einer beglaubigten Abschrift des Originals aus dem 15. Jh., die in der Beverinschen Dombibliothek in Hildesheim (vgl. Brackmann in GGN. 1904, 108) verwahrt war. 1945 aber durch Kriegseinwirkung verlorenging. Sowohl durch ihr Formular als auch durch ihren Inhalt erweist sich die Urkunde als eine Fälschung; vgl. auch Böhmer-Uhlirz n. 1396 g. Da die Urkunde den Aufenthalt Bernwards in Rom (in presencia nostra fuisse) erwähnt, kann die angebliche Ausstellung genauer fixiert werden; vgl. n. 935. Über die Gründung des Michaelsklosters und deren Bestätigung durch Benedikt VIII. vgl. n. 1250. Diese Urkunde diente dem Fälscher als Vorlage; vgl. Kortüm, UrkSprache 308. Vgl. zu beiden Urkunden auch Jakobs in Niedersächs. Jb. 66/1994, 199 ff. Das Ablaßprivileg erstreckt sich außer auf das Michaelsfest noch auf die Feste der Klosterpatrone sowie auf die Festtage des Laurentius, des Tiburtius, der Himmelfahrt Mariä, der Maria Magdalena, des Mauritius, des Vinzenz, der Cäcilia, des Clemens, der Felicitas und der Katharina sowie auf die Sonntage der Fastenzeit.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †936, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1001-01-00_4_0_2_5_0_981_F936
(Abgerufen am 18.08.2017).