Regestendatenbank - 176.134 Regesten im Volltext

RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

Sie sehen den Datensatz 938 von insgesamt 1338.

Mit Zustimmung des Papstes Silvester (II.) entscheidet Kaiser Otto III. nach neuerlicher Klage des Abtes Hugo (I.) von Farfa im Gericht dessen Streit mit Abt Gregor von Mica Aurea in Rom über die Zelle Santa Maria am Mignone (cella sanctę Marię in Minione) (bei Corneto, D. Civitavecchia) und deren Pertinenzen zugunsten Farfas und läßt darüber durch den römischen Skriniar Petrus eine Urkunde ausfertigen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Placitum v. 999 XII. 2 (Manaresi, FSI. 96/1958, 437); Urk. Abt Berards v. Farfa v. 1048 (Giorgi-Balzani, Regesto di Farfa IV 216); Gregor v. Catino, Chr. (Balzani, FSI. 34/1903, 14 u. 124). Reg.: JL. I p. 497; Hübner, Gerichtsurk. II 124 n. 1139; IP I 130 n. 2 u. II 62 n. 14; Falce, Ugo di Tuscia 147 n. 53; Böhmer-Uhlirz n. 1336. Lit.: Rochemaure, Gerbert 481; Kölmel, Kirchenstaat 38; Uhlirz, Jahrbücher Otto III. 308 f.

Kommentar

Zur Überlieferung der zitierten Gerichtsurkunde von 999 vgl. IP. II 62 n. 14; Böhmer-Uhlirz n. 1336 und Manaresi 437. Die Urkunde berichtet über den ganzen Verlauf des Streites und erwähnt dabei auch die Entscheidung Gregors V. (n. 853) und die Klage Hugos vor Kaiser und Papst (n. 884). Die Gerichtsverhandlung wurde in Absenz des Abtes Gregor geführt, der sich trotz mehrmaliger seit Anfang Okt. 999 (vgl. Böhmer-Uhlirz n. 1329 a u. 1335 a) ergangener Ladungen nicht in Rom eingefunden hatte. Dennoch entschloß sich der Kaiser erst auf Grund neuerlicher Klagen Hugos zum Kontumazialverfahren. Der Konsens des Papstes zur kaiserlichen Entscheidung und zu deren Beurkundung wird am Anfang und Schluß der Gerichtsurkunde hervorgehoben (consensu domni apostolici ... cum consensu domni nostri apostolici), doch scheint Silvester II. den Verhandlungen nicht beigewohnt zu haben, jedenfalls erwähnt dies die Urkunde nirgends. Erst in der Urkunde von 1048 und bei Gregor v. Catino (Balzani 124), der deren Inhalt resümiert, findet sich die Behauptung, daß der Streit ante papam entschieden worden sei. Der Papst unterschrieb auch nicht das Gerichtsinstrument. Dieses trägt nur die Unterschrift des Kaisers und der Teilnehmer am Gericht, darunter Erzbischof Gaudentius von Gnesen (vgl. n. 902) und ein Bischof Arnulf, der mit Erzbischof Arnulf von Reims identifiziert wurde (vgl. n. 867), aber wohl eher mit Arnulf von Halberstadt identisch ist (vgl. dazu auch n. 885). Endgültig konnte auch Otto III. den Streit um die Zelle nicht beilegen, wie n. 1037 beweist. Erst 1072 ist dies gelungen; vgl. Fedele in Arch. stor. Rom. 21/1898, 478.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 894, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0999-12-02_1_0_2_5_0_938_894
(Abgerufen am 27.05.2017).