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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Silvester II. bestätigt durch ein Dekret die Konstitution des Abtes Hugo (I.) von Farfa bezüglich der Einführung der Cluniazensergewohnheiten in diesem Kloster, die der Abt als Buße für die simonistische Erwerbung seiner Würde erlassen hatte.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Hugo v. Farfa, Relatio constitutionis (Balzani, FSI. 33/1903, 58) und Gregor v. Catino, Chr. (Balzani, FSI. 34/1903, 78). Reg.: IP: II 62 n. * 15. Lit.: Sackur, Cluniacenser I 352; Schuster, Farfa et sa restauration 32 ff.; Schuster, Ugo di Farfa 58 u. 71; Schuster, Farfa 132 ff.; G. Penco, Storia del monachesimo in Italia (Rom 1961) 197.

Kommentar

Im zitierten Werk Hugos, das Gregor übernimmt, ist die erwähnte Konstitution erhalten. Man erfährt aus ihr, daß sie in Gegenwart der Äbte Odilo von Cluny und Wilhelm von Dijon erlassen wurde; vgl. dazu auch Bulst, Wilhelm 189. Außerdem nahm ein Bischof A. sancte Romane ecclesie teil; über dessen Identifizierung vgl. JL 3908 und Böhmer-Uhlirz n. 1336 sowie n. 867 u. n. 894. Noch Hourlier, Odilon 64 identifiziert irrig mit Papst Gregor V., der aber schon wegen n. 809 kaum in Frage kommt. Den Erlaß der Konstitution datiert Uhlirz, Jahrbücher Otto III. 265 auf Frühjahr 998 (vgl. ebenso Hourlier), also in die Zeit knapp nach der Restitution des von Otto III. wegen Simonie abgesetzten Abtes Hugo (vgl. n. 809), der erst dadurch seine Anerkennung durch den Kaiser erlangte. Das hat jedoch seine Schwierigkeiten, da Hugo in der Relatio berichtet, wie sehr er sich nach seiner simonistischen Erhebung um eine Reform Farfas bemüht und deswegen mit Subiaco, Montecassino, Ravenna und Cluny Verbindung aufgenommen habe, was alles kaum in der kurzen Zeit seines ersten Wirkens stattgefunden haben kann, sofern Hugos Bericht überhaupt wörtlich zu nehmen ist. Über die Bestätigung der Konstitution heißt es: Sed et Silvester II. apostolicus collaudans sua auctoritate confirmavit, et penitentiam pro eodem peccato adhuc canonice indixit, quemadmodum in eius habetur decretis. Diese Dekrete sind nicht überliefert. Man wird sie am ehesten in die Zeit des Papstaufenthaltes in Farfa (n. 884) datieren dürfen, als Silvester II. mit Angelegenheiten dieses Klosters befaßt wurde. Daß damals auch die frühere Absetzung Hugos durch Otto zur Sprache kam, erfährt man aus einer Kaiserurkunde vom 3. Okt. 999 (vgl. Böhmer-Uhlirz n. 1329). Schuster, Farfa et sa restauration 32 datiert ins Jahr 1001. Vgl. zur Buße Hugos auch n. 877.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 885, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0999-09-22_2_0_2_5_0_929_885
(Abgerufen am 21.01.2017).