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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Silvester (II.) gibt bekannt, daß er auf Bitte Kaiser Ottos (III.) dessen Verleihung der Grafschaft Santhià an die Kirche von Vercelli bestätigt habe (affirmavimus sanctę Agathę comitatum ... sub ditione sanctę Uercellensis ecclesię). ‒ Clareat cunctis ...

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 11. Jh., Vercelli Arch. cap.: Dipl. e bolle 999. Drucke: J. St. Ferrerius, S. Eusebii Vercellensis episcopi et martyris eiusque in episcopatu successorum vita et res gestae (Rom 1602) 154 (fragm.); Provana, Studi critici 353; Olleris, Œuvres 158; Gabotto in BSS. 70/1912, 37; Zimmermann, PUU. 726 n. 375. Reg.: J. 2989; JL. 3903; IP. VI/2, 12 n. 19; Santifaller, LD. 322; Böhmer-Uhlirz n. 1321 a. Lit.: Loewenfeld, Leo von Vercelli 23; Harttung, Dipl. hist. Forschungen 184; Bloch, Leo von Vercelli 62 ff.; F. Gabotto, Intorno ai diplomi regi ed imperiali per la chiesa di Vercelli (Arch. stor. Ital. V 21/1898, 35); Rochemaure, Gerbert 477; C. Manaresi, Alle origini del potere dei vescovi sul territorio esterno della città (Bullet, stor. Ital. 58/1954, 298 f.); Uhlirz, Jahrbücher Otto III. 295.

Kommentar

Zur weiteren Überlieferung vgl. IP. VI/2, 12 n. 19. Die älteste Kopie ist auf einem Blatt mit n. 880 kopiert. Die zeitliche Einreihung der undatierten Urkunde ist schwierig, da in ihr sowohl eine Intervention Ottos III. erwähnt wird, anderseits dieser aber wie ein Verstorbener das Epitheton pię memorię erhält. Die Ausstellung könnte demnach auch zwischen dem Tode des Kaisers am 23. Jan. 1002 und dem des Papstes im Mai 1003 (vgl. n. 974) erfolgt sein, wenn nämlich die Intervention Ottos eine Interpolation sein sollte, wie Gabotto in BSS. 70/1912, 37 annimmt. Es erscheint jedoch eher unwahrscheinlich, daß sich Bischof Leo von Vercelli nach Ottos Tode beim machtlosen Papst um eine Bestätigung der kaiserlichen Verleihung bemüht habe. Außerdem nimmt die Papsturkunde deutlich auf n. 880 Bezug und ist wohl zur selben Zeit verliehen worden. Als Diktator hat Bloch den Bischof Leo selbst nachzuweisen versucht, der auch Diktator des Kaiserdiploms n. 880 war. Daraus erklären sich manche Eigenheiten des Stils dieser Empfängerherstellung; vgl. auch Breßlau in AUF. 6/1918, 29 f. u. 34 sowie Kortüm, UrkSprache 188. So beginnt die Urkunde mit einer Invokation (vgl. dazu Santifaller, Invokation 98) und endet ähnlich einem Kaiserdiplom mit einer Corroboration, die als Beglaubigungsmittel Papstbulle und -unterschrift ankündigt. In der Intitulation steht papa statt episcopus. Die Sanctio negativa ist in ungewöhnlicher Form ausgestaltet. Harttung hat das Privileg wegen dieser Unregelmäßigkeiten als Fälschung verworfen, und ihm folgt auch aus sachlichen Gründen Manaresi mit der Behauptung, daß Leo von Vercelli selbst der Fälscher dieser sowie anderer Urkunden für seine Kirche (darunter auch n. 880) gewesen sei. In der Tat ist es auffällig, daß ein Papst Grafschaftsrechte bestätigt haben soll und daß in der Papsturkunde nur vom Comitat Santhià, nicht aber von den übrigen Verleihungen des Kaiserdiploms n. 880 die Rede ist.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 881, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0999-05-07_2_0_2_5_0_925_881
(Abgerufen am 19.01.2017).