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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Silvester (II.) verkündet allen Gläubigen (noverit omnium sanctae Dei ecclesiae fidelium ... industria), daß (Pfalz)graf Aribo (von Bayern) für sein und seiner Eltern Seelenheil auf Eigengut das Kloster Seeon (in ... loco olim Burgili vocato, sed modo ab incolis Sewa cella sancti Landperti martiris dicto) (D. Salzburg) begründet und um Bestätigung gebeten habe, wofür auch Kaiser Otto III. intervenierte; verleiht das Recht der freien Abtwahl gemäß der Benediktinerregel sowie das Recht der Vogtwahl nach dem Tode des Klostergründers; bestätigt die Klosterbesitzungen und verbietet Besitzstörung; nimmt das Kloster gegen einen unter Umständen auch alle zwölf Jahre zu zahlenden Jahreszins von zwölf Denaren und gegen die Verpflichtung einer täglichen Meßfeier für den lebenden und für den toten Papst in päpstlichen Schutz (monasterium per defensionem sanctę Romanę ęcclesię liberalitate nostri privilegii confirmamus) und befiehlt den Heimfall des Klostergutes an die Stifterfamilie bei Aufhebung der Abtei. ‒ Si loca vel monasteria ... Scr. pm. Petri not. et scrin. SRE. ‒ Dat. XIV. kal. Maii a. Dom. incarn. DCCCCXCVIIII., ind. XII.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 1‒3) Ende 11., Ende 12. u. 14. Jh., München HptStArch.: Seeon Kl.Urk. Nr. 2. Erw.: Urk. Innozenz II. v. 1139 (GP. I 74 n. 2). Drucke: C. Stengelius, Seeon inferioris Bavariae monasterium (Augsburg 1620) 14; Hund-Gewold, Metropolis Salisburgensis III 342; Mon. Boica II 123; Migne, PL. 139, 269; Olleris, Œuvres 155; Zimmermann, PUU. 715 n. 368. Reg.: J. 2986; JL. 3900; GP. I 73 n. 1; Santifaller, LD. 322; Santifaller, Elenco 319; Böhmer-Uhlirz n. 1316 a. Lit.: Lerche, Privilegierung 193; Tomek, Studien zur Reform 117; Brackmann, Studien und Vorarbeiten 17 f.; Lerche, Privilegierung 168, 172, 193 u. 208; Rochemaure, Gerbert 480; Hallinger, Gorze-Kluny 142; Semmler, Traditio 18 f.; Kortüm, UrkSprache 300 f.

Kommentar

Zur weiteren handschriftlichen Überlieferung vgl. GP. I 73 n. 1. Wenige Tage vorher hatte das Kloster Seeon auch von Kaiser Otto III. ein Privileg erhalten (Böhmer-Uhlirz n. 1314). Mit den Bestimmungen dieses Privilegs und n. 872 stimmt die Papsturkunde weitgehend überein; vgl. dazu auch Breßlau in AUF. 6/1918, 34. Erben in MIÖG. 13/1892, 571 ff. vermutete, daß eine verlorene Urkunde Silvesters II. für Elten, die aus MG. DO. III n. 235 (vgl. Böhmer-Uhlirz n. 1217; Rhein. UB II 17 n. 151) zu erschließen wäre, die gemeinsame Vorlage bildete; vgl. dazu auch Stengel, Immunität 381 f., weiters Oediger in Ann. Niederrhein 156/1954, 78 ff. Den Satz über den Heimfall des Klostergutes, der zwischen den Sanktionen eingerückt ist, hat Erben als Interpolation bezeichnet, wogegen sich Appelt, Diplom Heinrichs II. für Göß 14 aussprach. Als Fälschung Wiberts von Stablo verwirft neuerdings H.C. Faussner, Zur Frühzeit des Klosters Seeon und ihren Quellen (in: FS. F. Prinz, 1993, 350 ff.) das Privileg.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 870, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0999-04-18_1_0_2_5_0_914_870
(Abgerufen am 17.12.2017).