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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Silvester (II.) bestimmt den 2. November zum Gedenktag für die Toten.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Jacomo Gori, Istoria di Chiusi (Tartini, SS. rer. Ital. I 885); Agostino Oldoino in A. Ciacconio, Vitae et res gestae pont. Rom., I (Rom 1677) 757. Reg.:Lit.: O. Ringholz, Die Einführung des Allerseelentages durch den heiligen Odilo von Cluny (Stud. u. Mitt. 2/4, 1881, 248 f.).

Kommentar

Die Einführung des Allerseelentages erfolgte in Cluny durch ein Dekret des Abtes Odilo (ed. Ringholz 250), dessen Entstehung auf die Zeit nach 1024 datiert wird; vgl. zuletzt J. Hourlier, Saint Odilon et la fête des morts (Revue Grégorienne 28/1949, 208‒212) und Hourlier, Odilon 56. Die Veranlassung dazu berichten Jotsald v. Cluny, Vita Odilonis II 13 (Migne, PL. 142, 926 f.) und Petrus Damiani, Vita Odilonis (Migne, PL. 144, 936), was aber Sigebert v. Gembloux (MGSS. VI 353) ins Jahr 998 bzw. in den Anfang des Pontifikates Silvesters II. datiert. Eine Einsetzung des Festes oder eine Bestätigung des Dekretes Odilos durch den Papst ist schon deshalb wenig wahrscheinlich, weil der Allerseelentag in Rom erst im 14. Jh. heimisch wurde. Ohne Erwähnung Odilos behaupten erst die genannten Autoren die Einsetzung durch den Papst (Gori: che ordinò la commemmorazione dei defunti nel 2 di di novembre, Oldoino: publica quoque sanctione Syluester ubique locorum servari iussit post solemnitatem omnium sanctorum commemorationem fidelium defunctorum) wohl auf Grund eines Mißverständnisses. Über andere Quellen, die eine Bestätigung des Dekrets Odilos durch Johannes XVI. bzw. Johannes XVIII. melden, womit aber wohl Johannes XIX. gemeint sein dürfte, vgl. Ringholz 248 f. Vgl. weiters Ringholz, Odilo von Cluny 17 u. 62 ff. sowie zur Vorgeschichte W. Jorden, Das cluniacensische Totengedächtniswesen (1930).

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †876, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0999-04-00_3_0_2_5_0_920_F876
(Abgerufen am 17.01.2017).