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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Gregor (V.) empfängt den Vizegrafen Stephan (I.) von Gévaudan und dessen Gattin Angelmoda, die ihm von ihrer Absicht berichten, zu ihrem Seelenheil und zu Ehren der Märtyrer Gervasius und Protasius ein Kloster (in Langogne) zu begründen und aus Eigengütern zu dotieren, wozu sie durch ein zweimaliges Traumgesicht zunächst in ihrer Heimat und dann in der vergangenen Nacht beim Gebet vor dem Altar des Petersdoms in Rom bewogen worden seien. Der Papst teilt den Entschluß des Vizegrafen den anwesenden Kurialen mit, die mit ihm gemeinsam in das Lob Gottes einstimmen, er gibt die päpstliche Zustimmung zur Gründung, lädt den Vizegrafen und dessen Gattin ein, nach vollzogener Gründung wieder nach Rom zu kommen, und entläßt die beiden mit dem Segen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Urk. Stephans für Langogne (Hist. de Languedoc, nouv. éd. V 331 f.) und Chr. Calmiliensis (Chevalier, Cartulaire 130 ff.). Lit.: Hist. de Languedoc, nouv, ed. III 223 f.

Kommentar

Die zitierte Gründungsurkunde berichtet, daß der Graf an einem 6. Sep. von zu Hause aufgebrochen sei, und verlegt das nächtliche Gebet, bei dem er und seine Frau vom Schlafe übermannt wurden, circa mediam noctem medii Octobris. Da Gregor V. während seines Pontifikates nur im Jahre 998 Mitte Okt. in Rom war, ergibt sich daraus die oben angeführte Datierung. Die um den Papst versammelten Kurialen werden maiores Romanae ecclesiae advocati genannt. Nach erfolgter Klostergründung zogen der Vizegraf und seine Frau wiederum nach Rom und erlangten die päpstliche Bestätigung für ihr Kloster durch Silvester II. (n. 893). In der Chr. Calmiliensis (Chevalier 130 ff.) findet sich auch eine Urkunde über Schenkungen an das neubegründete Kloster, die wohl erst nach der zweiten Pilgerreise des Vizegrafen ausgestellt wurde. Laut dieser Urkunde wird das Kloster Langogne (D. Mende) im Einvernehmen mit den Bischöfen Matfred von Mende, Theotard von Le Puy-en-Velay und Petrus von Viviers dem Kloster St-Chaffre-du-Monastier (D. Le Puy) unterstellt, wofür der Abt von St-Chaffre in jedem dritten Jahr der Peterskirche in Rom einen Zins von 15 Solidi schulde. Dieser Zins erscheint auch im Liber censuum des Cencius; vgl. Pfaff, Lib. censuum 329 n. 561. Der seinerzeit erteilten Zustimmung des Papstes Gregor wird in dieser Urkunde am Ende vor Nennung der Zeugen mit den Worten gedacht: Gregorio papa hoc auctoritate apostolica confirmante.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 845, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0998-10-00_1_0_2_5_0_888_845
(Abgerufen am 24.03.2017).