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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Eine Versammlung (norditalischer) Bischöfe klagt (brieflich) dem Papst Gregor (V.) (domino Gregorio pontificum summo coetus episcoporum) über Gewalttaten des (Markgrafen) Arduin (von Ivrea), der Kleriker bedroht und getötet sowie ihre Leichen verbrannt habe, auch bereits zweimal anathematisiert wurde, sich aber unbußfertig erwiesen habe. Da der Kaiser (Otto III.) in Abwesenheit des Papstes über Arduin nicht urteilen wollte, wird Gregor ersucht, sich dieser Sache anzunehmen. ‒ Lumine intimae contemplacionis ...

Überlieferung/Literatur

Druck: Violini, Arduino 131. Reg.: IP. VI/2, 143 n. 1 u. 146 n. 1. Lit.: Baudi, Ardoino 7: Berr, Gewalttaten 103 f.; Hartmann, Gesch. Italiens IV/1, 129 f.; Violini, Arduino 66; Falco, Albori 391 ff.; Uhlirz, Jahrbücher Otto III. 277 ff.

Kommentar

Als Antwort auf die Bittschrift erging das Papstmandat n. 847. Zur Datierung vgl. Hartmann 157. Absender der Klageschrift war wohl die am 20. Sep. 998 in Pavia tagende Synode; vgl. darüber Wolter, Synoden 161 und Boye, QuKat. 67. Am schwersten hatte Bischof Warmund von Ivrea unter den Taten des Markgrafen zu leiden gehabt, so daß man annehmen kann, er selbst habe die Absendung des Schreibens an den Papst veranlaßt. Als das Hauptverbrechen Arduins erscheint aber darin dessen Vorgehen gegen Vercelli. Im Frühjahr 997 hatte eine bewaffnete Schar unter seiner Führung den Bischof Petrus von Vercelli getötet und die Kathedrale angezündet. Über die vermutlichen Gründe für die merkwürdige Rücksichtnahme Ottos III. gegenüber Arduin vgl. Uhlirz 286 f. Zur Überlieferung der Klageschrift vgl. IP. VI/2, 143 n. 1, zur Veranlassung auch Pivano. Stato e chiesa 226: Violini 59 ff. und Benedetto, Vescovi d'Ivrea 23 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 844, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0998-09-00_1_0_2_5_0_887_844
(Abgerufen am 21.10.2017).