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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Auf Befehl Kaiser Ottos (III.) und Papst Gregors (V.) wird Crescentius (II.) hingerichtet.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Hugo v. Farfa, Exceptio (Balzani, FSI. 33/1903, 64); Petrus Damiani, Vita Romualdi 25 (Tabacco, FSI. 94/1957, 53); Gregor v. Catino, Chr. (Balzani, FSI. 34/1903, 81). Reg.: Böhmer-Uhlirz n. 1272 a. Lit.: Bossi, Crescenzi 48; Uhlirz, Jahrbücher Otto III. 261 f. u. 526 ff.; Zimmermann, Dunkle Jh. 265 f.; Moehs, Gregorius 64.

Kommentar

Zu den Ereignissen vgl. Uhlirz 526 ff. Die Datierung ergibt sich aus einem Kaiserdiplom vom gleichen Tag (Böhmer-Uhlirz n. 1273), das im Eschatokoll die Hinrichtung des Crescentius erwähnt. Aus der großen Anzahl der darüber berichtenden Quellen erwähnen nur die Genannten die Mitwirkung des Papstes; vgl. Hugo (interfectus est Crescentius comes iussu imperatoris et Gregorii pape), dem Gregor v. Catino folgt, sowie Petrus Damiani (annitente papa, qui sibi inimicus erat, quasi reus maiestatis capitalem sententiam subiit). Laut einem fabulösen Bericht in der Chr. de gestis consulum Andegavensium (Halphen-Poupardin 145 ff.), der außerdem Gregor V. mit Sergius IV. verwechselt, soll Crescentius durch Bogenschützen des Grafen Fulko III. von Anjou getötet worden sein. Dieser habe sich nach seiner Rückkehr aus Palästina gemäß seinem Versprechen (n. 770) dem Papste zur Tötung des Tyrannen Crescentius zur Verfügung gestellt und dafür wunschgemäß die päpstliche Absolution erhalten. Nach der Tat habe er dem gerade im Lateran die Messe zelebrierenden Papst berichtet, der daraufhin das Te Deum anstimmen ließ, den Grafen nochmals absolvierte und ihm für sein Kloster Beaulieu-lès-Loches (vgl. n. 1018) Reliquien der Daria und des Chrysantius schenkte sowie dem Grafen gemeinsam mit dem römischen Klerus und Volk das Geleit bis eine Meile vor die Stadt gab. Vgl. auch kurz die Hist. monasterii s. Florentii Salmuriensis (Bouquet, Recueil X 264) und zur Kritik Halphen, Le comté d'Anjou 213 Anm. 7 gegen Lair, Études 86 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 828, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0998-04-28_1_0_2_5_0_870_828
(Abgerufen am 17.10.2018).