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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Auf die Nachricht vom Heranrücken des Kaisers (Otto III.) flüchtet Papst Johannes (XVI.) aus Rom in einen weit entfernten und uneinnehmbaren Turm.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Johannes diac., Chr. (Monticolo, FSI. 9/1890, 154); Thietmar v. Merseburg, Chr. IV 30 (MGSS. N. S. IX 167); Ann. Quedlinburgenses 998 (MGSS. III 74); Ann. Saxo 998 (MGSS. VI 642); Ann. Magdeburgenses 998 (MGSS. XVI 160). Reg.: JL. I p. 495; Böhmer-Uhlirz n. 1259 c. Lit.: Holtzmann, Kaiserzeit 345; Uhlirz, Jahrbücher Otto III. 258; Luca, Giovanni Filagato 91; Zimmermann, Papstabsetzungen 110; Zimmermann, Dunkle Jh. 263 f.

Kommentar

Am ausführlichsten ist der Bericht des Johannes diac., welcher damit auch das verschiedene Verhalten des Crescentius II. Nomentanus, der sich in Rom verschanzte, und des Johannes zum Ausdruck bringt: qui audientes eum Romam venturum ... Johannes Grecus procul a Roma inexpugnabilem turrim intravit. Vgl. auch Cat. Estensis (Duchesne II 261): sedit menses X, eiectus est favor ad malum honorem. Die Datierung ist schwierig. Vgl. dazu auch Schramm in Byz. Zs. 25/1925, 93. Als frühester Termin käme etwa die Jahreswende 997/998 in Frage, wofür auch die Pontifikatsdauer Johannes' XVI. spricht; vgl. dazu n. 836. Dem widerspricht aber einerseits, daß Crescentius nicht besser zur Widerstandsleistung gerüstet war und Rom fast kampflos dem Kaiser zufiel, dem Papst aber anderseits nicht die vielleicht doch geplante Flucht nach dem griechischen Süditalien, vielleicht zu Abt Nilus (vgl. n. 804), gelang. Auch hat Johannes sein Gnadengesuch beim Kaiser erst nach dessen Einzug in Rom vorbringen lassen (vgl. n. 816), was bei einer weniger überstürzten Flucht wohl sicher schon früher erfolgt wäre, hätte sich ‒ wie man annehmen muß ‒ Johannes XVI. vielleicht auch auf Grund seiner früheren Versprechungen (vgl. n. 805) etwas von der kaiserlichen Milde erwartet. Weiters soll laut Johannes diac. der Aufenthalt des Papstes in dem Kastell bis zu seiner Gefangennahme (n. 817) non diu gedauert haben. Spätmittelalterliche Quellen, wie etwa Giovanni Villani (SS. rer. Ital. XIII 95), lassen irrig die Flucht aus der belagerten Engelsburg (vgl. Böhmer-Uhlirz n. 1272 a) geschehen.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 814, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0998-02-00_2_0_2_5_0_856_814
(Abgerufen am 24.01.2017).