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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst (Gregor V.) verleiht dem Erzbischof Aelfrik von Canterbury das Pallium.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Ann. Domitiani lat. (Magoun, Mediaeval Studies 9/1947, 263 f.); Radulf v. Diceto, Abbreviationes (Stubbs, SS. rer. Brit. 68/1, 17); Radulf v. Diceto, Indiculus (Stubbs, SS. rer. Brit. 68/2, 209); Gervasius v. Canterbury, Actus (Stubbs, SS. rer. Brit. 73/2, 257). Reg.:Lit.: Hook, Lives I 449 ff.; Jung, Itinerar 25; Hunt, English Church 382; Mann, Lives IV 434 f.; McKilliam, Chronicle 106; Moore, Saxon Pilgrims 116; Martí Bonet, Concesión del palio 162.

Kommentar

Aelfrik war seit dem 21. Apr. 995 Erzbischof von Canterbury. Seine Italienreise zur Einholung des Pallium fällt nach den zitierten Ann. ins Jahr 997, u. zw. wohl in den Anfang dieses Jahres, was auch durch einen aus dem Frühjahr 997 stammenden Brief des Papstes Gregor V. an Abt Abbo von Fleury (n. 799) bestätigt wird. Der Papst ersucht darin den Abt, ihn über das Ergehen des Erzbischofs zu benachrichtigen, der auf der Heimfahrt in Frankreich erkrankt war. Radulf und Gervasius melden dagegen irrig, daß Aelfrik von Papst Johannes XV. das Pallium erhalten habe. Auch in einem späteren Zusatz zu den Ann. Domitiani wird die Palliumreise ins Jahr 995 datiert und mit der von Aelfrik durchgeführten Reform in Christ Church in Canterbury in Zusammenhang gebracht. Demnach soll der Erzbischof kurz nach der Klerikergesandtschaft aus Canterbury (vgl. n. 790) in Rom eingetroffen und vom Papste ehrenvoll empfangen worden sein. Am nächten Tage habe er im Petersdom in Anwesenheit des Papstes ein Pontifikalamt zelebriert und sei daraufhin vom Papste mit dessen eigenem Pallium geschmückt worden. Später habe Aelfrik dem Papst über seine Reformpläne berichtet und sei von ihm über die Klerikergesandtschaft informiert worden. Der Papst habe zur Durchführung der Reform in Christ Church geraten: Redite in Angliam cum benedictione Dei et sancti Petri et in ecclesia tibi commendata eiusdem ordinis in ea ponite, quem papa Gregorius Augustino precepit, et hoc tibi precipio ex parte Dei et beati Petri et nostra. Vgl. über die Legendenhaftigkeit dieses Berichtes n. 790. Im Jahre 997 hat Aelfrik den Papst nicht in Rom, sondern nur in Pavia (vgl. n. 786) antreffen können. Echter Kern der Tradition bleibt daher nur die Palliumverleihung an Aelfrik.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 791, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0997-02-00_3_0_2_5_0_832_791
(Abgerufen am 17.10.2017).