Regestendatenbank - 176.571 Regesten im Volltext

RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

Sie sehen den Datensatz 796 von insgesamt 1338.

Papst Gregor (V.) nimmt auf Bitten Kaiser Ottos III. und Bischof Lamberts von Konstanz das einst von Bischof Gebhard (II. von Konstanz) zu Ehren des Papstes Gregor (I.) begründete Kloster Petershausen (monasterium in ripa Rheni iuxta Constantiam in villa, quę vocatur Petrishusa) (D. Konstanz) unter dem Abte Pericher samt allen seinen von den Bischöfen Gebhard und Lambert geschenkten und von Pericher erworbenen Besitzungen, besonders den Gutem Dussnang und Oberwangen im Thurgau (cum Siggeri prędiis Tuscenanch et Wengiu vocatis in pago Turgewe sub comitatu Perchetolti comitis sitis), in den päpstlichen Schutz (apostolica beati Petri defensione et tuitione) und verleiht das Recht der freien Abtwahl 〈und Vogtwahl〉. ‒ Desiderium quod ad ...

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 12. Jh., Karlsruhe Gen.LArch.: B/2. Insert: Casus monasterii Petrishusensis II 2 (Feger 86 f.). Drucke: Lünig, Spicilegium III 400; Mansi, Coll. XIX 205; Mone, Quellensammlung I 130; Migne, PL. 137, 935; Zimmermann, PUU. 639 n. 327. Reg.: J. 2984; Hidber, Urkundenregister I 280 n. 1180; JL. 3897; Ladewig-Müller, Reg. I 543 n. 407; GP. II/1, 146 n. 3 u. IV/4, 81 ad n. 84. Helbok, Reg. 183 n. 176; Santifaller, LD. 322; Böhmer-Uhlirz n. 1174 c u. 1299 e. Lit.: Harttung, Dipl. hist. Forschungen 179 ff.; Hunn, Untersuchungen 63 ff.; Lerche, Privilegierung 156, 163, 174, 176 u. 192; Krebs, Quellenstudien 504; Miscoll-Reckert, Petershausen, bes. 62 ff.; Kortüm, UrkSprache 340 f. u. 421 f.

Kommentar

Zur weiteren kopialen Überlieferung vgl. GP. II/1, 146 n. 3 und Krebs 488 n. 6. Die älteste, in Diplomform gehaltene Kopie beschreibt Pflugk-Harttung in NA. 8/1883, 246, der auch die Unechtheit behauptet. Besonderheiten des Formulars sind die am Anfang stehende Invokation (vgl. Santifaller, Invokation 98), die Intitulation (Gregorius qui et Bruno sanctae catholicae et apostolicae Romanae aecclesiae Dei gratia episcopus et servus servorum Dei) und das Fehlen der Adresse; vgl. ähnlich n. 754. Für die Echtheit sprachen Erben in ZGORh. 7/1892, 21 ff. und Hunn 65. Die Besonderheiten erklären sich aus dem Einfluß der Kaiserkanzlei. Höchstens die Verleihung der freien Vogtwahl könnte wie in n. 670 eine spätere Interpolation sein. Mit dem Privileg Gregors V. für Vilich (n. 754) ist das Diplom für Petershausen verwandt, so daß Erben 21 Anm. 1 für diese Urkunde dieselbe Ausstellungszeit annimmt, zumal Bischof Lambert auch dort als Intervenient aufscheint und am Romzug Ottos III. teilnahm; vgl. Uhlirz, Jahrbücher Otto III. 194.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 755, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0996-05-24_2_0_2_5_0_796_755
(Abgerufen am 25.07.2017).