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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Patriarch Sisinnios von Konstantinopel beauftragt den (zu Kaiser Otto III. reisenden kaiserlich-byzantinischen) Gesandten Leon (von Synada) mit der Bestellung eines Schreibens an Papst Johannes (XV.).

Überlieferung/Literatur

Erw.: Leon v. Synada, Epist. (Darrouzès, Epist. 173). Reg.: Grumel-Darrouzès, Reg. II 318 u. 803 d. Lit.: Darrouzès, Épist. 42 f.

Kommentar

Zur Gesandtschaft Leons vgl. Schramm in HZ. 129/1924, 451 ff.; Schramm in Byz. Zs. 25/1925, 89 ff.; Uhlirz, Jahrbücher Otto III. 514 ff. und Holtzmann, Kaiserzeit 343 ff. Schramm in Byz. Zs. 25/1925, 91 identifizierte den Gesandten mit dem byzantinischen Historiographen Leon Diakonos aus Kaloe; vgl. ebenso auch Grégoire-Orgels in Byzantion 24/1954, 176 f. und über Leon Diakonos zuletzt N. M. Panagiotake, Λέων ὁ διάϰονοϛ (Ἐπετηϱὶϛ Ἐταιϱείαϛ Βυζαντινῶν Σπουδῶν 34/1965, 1‒138). Das trifft aber nicht zu, vielmehr ist der Gesandte mit dem Metropoliten Leon von Synada identisch; vgl. J. Darrouzès, Inventaire des épistoliers byzantins du Xe siècle (Rev. des études byz. 18/1960, 122); Darrouzès, Epist. 38 ff. und Panagiotake 39 f. Er reiste im Auftrag des byzantinischen Kaisers Basileios II. und begleitete den zur Brautwerbung (vgl. Böhmer-Uhlirz n. 1135 b) von Otto III. nach Byzanz geschickten Erzbischof Johannes Philagathos von Piacenza wieder nach Hause. Das Eintreffen der beiden in Italien wird in Böhmer-Uhlirz n. 1210 f. auf Ende Okt. 996 datiert. Leon dürfte sich dann von Johannes getrennt haben und zunächst nach Rom gereist sein, wo er Crescentius II., der kurz vorher Gregor V. aus Rom vertrieben hatte (n. 772), für byzantinische Pläne gewann (vgl. n. 801). Er beteiligte sich im Feb. 997 an der Erhebung des Philagathos zum Papst (n. 784), obwohl er diesen, wie aus seinen von Schramm in Byz. Zs. 25/1925, 97 ff. und Darrouzès, Epist. 165 ff. edierten Briefen hervorgeht, keineswegs schätzte, und ist erst im Sommer 997 zu Kaiser Otto III. gereist. Von dem Auftrag des Patriarchen für Leon weiß man nur aus dem zitierten Schreiben des Metropoliten an Sisinnios aus der Zeit nach der Erhebung Johannes' XVI. Es teilt mit, daß der Brief des Patriarchen nicht übergeben werden konnte, da Johannes XV. bereits gestorben, Gregor V. aus Rom geflohen und Johannes XVI. für den Empfang unwürdig sei. Da Johannes XV. ausdrücklich als jener Papst genannt wird, an den sich das Schreiben des Patriarchen richtete, ergibt sich, daß Leon zu einem Zeitpunkt aus Byzanz abgereist sein muß, als der Tod des Papstes (n. 740) hier noch nicht bekannt war. Als spätester Termin kommt wohl der Frühsommer 996 in Frage; vgl. zur Reisedauer Schramm in Byz. Zs. 25/1925, 94 Anm. 1. Über den Inhalt des Patriarchenschreibens erfährt man nichts. Gemäß den Bemerkungen Leons (τὴν ἱεϱὰν ἐϰείνην ϰαὶ θαυμασίαν γϱαφήν, ὡϛ εἰπεῖν στήλην ὀϱθοδοξίαϱ, οὐδεὶϛ εὑϱέθη πάπαϛ ἄξιοϛ ἀξίωϛ ὑποδέξασθαι ϰαὶ τιμῆσαι ...) denkt Darrouzès, Épist. 42 an eine Synodika des Patriarchen, womit dieser dem Papst seine am 12. Apr. 996 erfolgte Wahl anzeigen wollte.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 767, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0996-00-00_1_0_2_5_0_808_767
(Abgerufen am 08.12.2016).