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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XV.) verkündet allen Gläubigen (legentibus audientibusque), daß er auf Bitte der (Herzogin) Biletrud (von Bayern), die ihm über ihre Klostergründung in Bergen berichtet hat (Biledrut matrona de sua proprietate in pago Nortkew vocato et in comitatu Heinrici comitis cepit edificare quoddam monasterium Pergin vocatum, in honore sancte Marie virginis sanctique Johannis evangeliste consecratum) (D. Eichstätt), sowie auf Intervention der Kaiserin Adelheid und des Herzogs Heinrich (II. von Bayern) dieses Klosters samt allen seinen Besitzungen in den päpstlichen Schutz aufgenommen habe (sub nostre emunitatis defensione), befreit es von aller weltlichen und geistlichen Gewalt, verleiht das Recht der freien Wahl der Äbtissin und des Vogtes, das jedoch zu Lebzeiten der Klostergründerin an deren Konsens gebunden sei, und kündigt als Beglaubigungsmittel Papstbulle und -unterschrift an. ‒ Quapropter omni fidelium ... Dat. pridie kal. Apr. pm. Johannis ep. s. Albanensis et Ariciensis eccl. et bibl. SAS. in men. Apr., ind. VIII., a. dom. incarn. DCCCCLXXXVIII.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 1477 XII. 7, München HStArch.: Bergen Kl. Urk. Nr. 140 (Transsumpt des Veit v. Rechenberg). Erw.: Ano. Haserensis, De ep. Eistetensibus 14 (Weinfurter 49). Drucke: Pflugk-Harttung, Acta II 53; Zimmermann, PUU. 630 n. † 323. Reg.: JL. 3856; Heidingsfelder, Reg. I 49 n. 136; GP. II/1, 23 n. 1; Santifaller, LD. 320; Santifaller, Elenco 314. Lit.: Stengel, Immunität 382 ff.; Lerche, Privilegierung 164, 173 u. 208; Hörger, Stellung der Fürstäbtissinnen 225; Weinfurter, Geschichte der Eichstätter Bischöfe 136 ff.; Rathsack, Fälschungen 622 ff.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. GP. II/1, 23 n. 1 und J. Heider, Seminararchiv Neuburg (1957) 60. Pflugk-Harttung (vgl. auch NA. 7/1882, 86) hat die Echtheit des durch sein Formular merkwürdigen Privilegs angezweifelt, wogegen Erben in ZGORh. 7/1892, 22, Breßlau in AUF. 6/1918, 34 und ebenso Stengel auf den Einfluß der königlichen Kanzlei bei der Textgestaltung verwiesen, was deren Eigenart hinlänglich erklärte. Vgl. jedoch Rathsack. Als Vorlage diente anscheinend ein verlorenes Privileg Ottos III. vom Jahre 992 (Böhmer-Uhlirz n. 1073). Bei der Ausstellung weilte der Papst wohl nicht mehr in Rom (vgl. n. 729), was ebenfalls die nicht kanzleimäßige Form der Urkunde verständlich macht. In der Datierung stimmen Indiktion und Inkarnationsjahr nicht überein. Laut dem Ano. Haserensis erfolgte die Privilegierung nach der Tradition des Klosters an die römische Kirche (... Romanae ecclesia specialiter tradidit). Vgl. dazu auch Semmler in ZRG. KA. 45/1959, 18 f. und über Biletrud, die Witwe des Bayernherzogs Berthold, Reindel, Luitpoldinger 238 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †730, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0995-03-31_1_0_2_5_0_769_F730
(Abgerufen am 20.01.2017).