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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Auf einer unter dem Vorsitz des Papstes Johannes XV. tagenden Synode verliest Bischof Liudolf von Augsburg eine Schrift über das Leben und die Wunder des Bischofs Ulrich (I.) von Augsburg und ersucht um dessen Kanonisation, wozu die Anwesenden ihren Konsens erteilen. Weiters werden dem Papst Briefe des deutschen Episkopates übergeben, worin er aufgefordert wird, die Erhebung Gerberts (von Aurillac) zum Erzbischof von Reims und die unrechtmäßige Absetzung des Erzbischofs Arnulf aufzuheben.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 714; Ann. Augustani 993 (MGSS. III 124); Cat. ep. Augustensium (MGSS. XIII 280); Richer v. Reims, Hist. IV 95 (Latouche II 302). Reg.: JL. I p. 488; Boye, QuKat. 64. Lit.: Beissel, Verehrung der Heiligen 109; Hefele-Leclercq, Hist. des conc. IV 870; Uhlirz, Jahrbücher Otto III. 165 u. 482; Zimmermann, Dunkle Jh. 247; Tüchle, Romfahrten 105; Wolter, Synoden 134.

Kommentar

Zur Heiligsprechung Ulrichs von Augsburg, die auch in den zitierten Augsburger Geschichtsquellen, allerdings ohne Anspielung auf die deswegen veranstaltete Synode, erwähnt wird, vgl. n. 714. Der von Liudolf verlesene libellus ... de vita et miraculis venerabilis Udalrici sanctae Augustanae ecclesiae dudum episcopi ist wohl mit der Vita s. Oudalrici episcopi des Augsburger Dompropstes Gerhard identisch (ed. W. Berschin u. A. Hase 1993; vgl. auch G. Kreuzer in M. Weitlauff, Ulrich v. Augusburg 169 ff), doch wird man kaum annehmen können, daß die ganze Schrift verlesen wurde. Daß Liudolf die von Richer erwähnten Briefe bezüglich des Reimser Schismas aus Deutschland nach Rom brachte und darüber während der Lateransynode verhandelt wurde, vermutet Uhlirz. Richer spricht im Anschluß daran von der Entsendung des Papstlegaten Leo Anfang 995 (n. 727), die ebenfalls auf deutsche Intervention erfolgte. Seine Darstellung (Johanni papae per epistolas saepenumero suggestum foret ...) läßt die Annahme zu, daß auch schon vor 995 der Papst öfters vom deutschen Episkopat um ein Einschreiten in Reims gebeten wurde. Die Lateransynode wird in n. 714 als conventus ... in palatio Lateranensi pridie kalendas Februarii bezeichnet. Als Teilnehmer sind durch die Unterschriften von n. 714 bekannt: die Bischöfe Johannes von Anagni, Benedikt von Piperno, Dominik von Ferentino, Crescentius von Silva Candida und Anniso von Cerveteri, der römische Archipresbyter Bonizo und der Archidiakon Benedikt, die Kardinalpresbyter Benedikt von St. Stephan, Leo von St. Nereus et Achilleus, Johannes von St. Damasus, Leo von St. Sixtus, Johannes von St. XII Apostoli, Johannes von St. IV Coronati, Johannes von St. Clemens und Crescentius von St. Calixt, der Oblationar Johannes und die Diakone Benedikt und Johannes.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 713, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0993-01-31_1_0_2_5_0_751_713
(Abgerufen am 18.01.2017).