Regestendatenbank - 176.571 Regesten im Volltext

RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

Sie sehen den Datensatz 741 von insgesamt 1338.

Papst Johannes (XV.) bestätigt dem Abt Boso für sein Kloster Sant'Antimo (D. Chiusi) (Bosoni religioso abbati venerabilis monasterii sanctorum Christi martyrum Anthimi et Sebastiani, situm in territorio Clusino ... in loco, qui dicitur Inter Valles) wunschgemäß die Unterstellung unter die päpstliche Jurisdiktion und die Exemtion (ut sub ditione iuris sancte nostre, cui Deo auctore residemus, ecclesie constitutum, nullius alicuius ecclesie iuri vel ditioni submittatur); verbietet im Klostergebiet die Ausübung geistlicher Funktionen ohne Erlaubnis des Abtes; befreit das Kloster mit synodaler Zustimmung von jeder weltlichen Gewalt langobardischer Fürsten und Beamten und verbietet die Abhaltung von Gerichtstagen im Klostergebiet; verleiht das Zehntrecht sowie das Recht, Weihen in Rom oder von jedem beliebigen Bischof durchführen zu lassen; befreit von der Synodalteilnahme und verbietet bei Strafe des Anathems die Exkommunikation der Klosterinsassen, über die laut der Benediktinerregel allein der Abt zu richten habe; erlaubt die Einholung von Chrisma und Öl aus jeder beliebigen Kirche; verleiht das Taufrecht für alle dem Kloster gehörigen Pfarrkirchen, besonders für die Salvator- und für die Johanneskirche, sowie das Recht der freien Abtwahl. ‒ Quoniam semper sunt concedenda ... Scr.pm. Gregorii scrin. SRE. in men. Mad., ind. suprascr. V.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 1) 11. Jh., Siena Arch. di stato: Dipl. Legato Bichi-Borghesi, vetr. 5 n. 15. 2) Ende 17. Jh., Siena Bibl. com.: B VI 10 (Spoglio di strumenti, vol. X) fol. 20. 3) 18. Jh., Siena, Arch. di stato: Spoglio delle perg. Bichi-Borghesi 1342‒1671 vol. IV n. X 20. Erw.: Urk. Anastasius' IV. v. 1153 (IP. III 249 n. 8). Drucke: Pflugk-Harttung, Acta II 52; Canestrelli in Bullet. Senese 18/1911, 212; Zimmermann, PUU, 603 n. 311. Reg.: Pflugk-Harttung, Iter 185 n. 90 u. 91; JL. 3842 u. *3860; Lisini in Bullet. Senese 13/1906, 503; Millares, Doc. 31 n. 36; IP. III 248 n. 6; Schneider, Regestum Senense I 7 n. 20; Santifaller, LD. 319; Santifaller, Elenco 311; Pubblicazione degli archivi di stato 23/1956, 7 n. 15. Lit.: Canestrelli, Storia di S. Antimo 98 u. 191.

Kommentar

Die älteste Kopie ist ein 345 × 516 mm großes, in diplomatischer Minuskel beschriebenes, aber unbesiegeltes Pergamentblatt, das in den zitierten Pubblicazioni als Original bezeichnet wird, was aber für den diplomatischen Befund nicht zutrifft. Die Ausstellung des verlorenen Originals erfolgte wohl nach einer sonst unbezeugten römischen Synode, worauf im Privileg die Worte hindeuten: sancimus ... cum omni clero Romano, scilicet episcopis, abbatibus, canonicis, iudicibus ceterisque ordinibus. Zu früheren verlorenen Papstprivilegien für das Kloster, die aber von Johannes XV. nicht als Vorlage erwähnt werden, sondern erstmals durch die Urkunde Anastasius' IV. bezeugt sind, vgl. n. 96, n. 399 und n. 552. Die im Anastasiusprivileg ebenfalls erwähnte Johannesurkunde ist sicher mit dem Diplom Johannes' XV. zu identifizieren und nicht ‒ wie noch Löwenfeld meinte ‒ von diesem zu unterscheiden. Der Wortlaut des Johannesprivilegs läßt vermuten, daß das Kloster das Taufrecht für die Salvatorkirche damals schon besaß, während dieses Recht für die Johanneskirche erst neu erworben wurde. Zu den Zehntrechten vgl. Constable, Monastic Tithes 211.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 704, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0992-05-00_2_0_2_5_0_741_704
(Abgerufen am 21.09.2017).