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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes XV. sendet den Abt Leo (vom Aventin) als Legaten über die Alpen mit dem Auftrag, Erkundigungen über die kirchliche Situation in Reims einzuholen. Er lädt die Bischöfe Galliens zu einer Synode, die in Aachen (unter dem Vorsitz Leos) tagen soll.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Leo v. Aventin, Epist. (MGSS. III 689; Olleris, Œuvres 243); Gerbert v. Aurillac, Acta conc. Mosomensis (Olleris, Œuvres 245). Reg.: J. *2941; JL. *3841; Boye, QuKat. 63; Böhmer-Uhlirz n. 1045 a. Lit.: Lot, Hugues Capet 83; Engelmann, Legaten 100; Lowis, Church of France 107; Schieffer, Legaten 38; Uhlirz, Jahrbücher Otto III. 153 u. 478; Holtzmann, Kaiserzeit 318; Zimmermann, Studien 143; Zimmermann, Leo an Hugo 327 ff.; Zimmermann, Dunkle Jh. 244 ff.; Wolter, Synoden 132.

Kommentar

Die Sendung Leos wird in dessen zitiertem Brief an König Hugo von Frankreich aus dem Jahre 993, die Berufung der Aachener Synode in dem zitierten Bericht Gerberts über das im Juni 995 tagende Konzil von Mouzon erwähnt. Ob letzteres eine Maßnahme des Papstes war, bleibt zweifelhaft. Wahrscheinlicher ist, daß Leo die Vollmacht zur Abhaltung einer Synode besaß und diese dann im Namen des Papstes nach Aachen berief. Das Konzil tagte Ende März 992 (Böhmer-Uhlirz n. 1054 c) und laut den Ann. Weissemburgenses (Holder-Egger, SS. rer. G. 38/1894, 47) nahm daran auch ein Bischof Dominik von Sabina teil, der wohl als Speziallegat des Papstes anzusehen ist (Böhmer-Uhlirz n. 1045 a), von dessen Entsendung aber sonst aus den Quellen nichts verlautet. Die Bischöfe Frankreichs weigerten sich, zur Aaachener Synode zu erscheinen; vgl. Böhmer-Uhlirz n. 1054 b. Laut dem Brief Leos war dessen Entsendung zu einem Zeitpunkt erfolgt, als der Papst hiezu die Möglichkeit hatte, jedoch noch vor dem Eintreffen genauer Nachrichten über die Absetzung des Erzbischofs Arnulf von Reims durch das im Juni 991 tagende Konzil von Verzy (vgl. auch Pontal, Conciles 96 ff.): ... citius quam potuit (sc. papa), nos ad investigandam et inquirendam vestram causam direxit. At ubi Aquis venimus, iam eum (sc. Arnulfum) depositum invenimus ... Anscheinend wird auf die durch Crescentius Nomentanus ausgelöste schwierige Situation des Papstes in Rom (vgl. n. 690) angespielt. Uhlirz möchte die Absendung des Legaten erst in den Jan. 992 datieren, was jedoch als zu spät erscheint. Vgl. über die Entsendung und über das Konzil auch Carozzi in Arch. Bobiense, Studia 2/1985, 661 ff. und Huth in Francia 21/1994, 94 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 696, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0991-00-00_1_0_2_5_0_732_696
(Abgerufen am 24.01.2017).