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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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König Hugo von Frankreich berichtet dem Papst Johannes (XV.) (beatissimo papae Johanni) über die Erhebung Arnulfs, des Sohnes König Lothars (von Frankreich), zum Erzbischof von Reims und über dessen ihm damals mündlich und schriftlich gegebenes Treueversprechen sowie darüber, daß Arnulf später die Tore (von Reims) den Feinden (des Königs) geöffnet habe und seither eine zweideutige Haltung einnehme: Angeblich sei er gefangen, wolle sich aber nicht befreien lassen und habe sich geweigert, einer königlichen Vorladung an den Hof und einer Berufung zum Konzil (nach Senlis) Folge zu leisten. Der König erbittet zur Vermeidung weiterer Kämpfe um Reims eine Gerichtsentscheidung des Papstes über den Verräter. ‒ Novis atque inusitatis rebus permoti ...

Überlieferung/Literatur

Insert: Gerbert v. Aurillac, Acta conc. Remensis 25 (Olleris, Œuvres 202). Erw.: Gerbert v. Aurillac, Acta conc. Causeiensis (Olleris, Œuvres 252); Gerbert v. Aurillac, Epist. 217 (Havet 205; Riché II 586); Richer v. Reims, Hist. IV 73 (Latouche II 264). Reg.: Böhmer-Uhlirz n. 1024 b. Lit.: Lot, Carolingiens 262 f.; Lot, Hugues Capet 25 f.; Rochemaure, Gerbert 280 ff.; Lowis, Church of France 77 f.; Dumas, L'église de Reims 31 f.; Uhlirz, Jahrbücher Otto III. 134; Zimmermann, Studien 142; Zimmermann, Dunkle Jh. 238 f.; Wolter, Synoden 131.

Kommentar

Der Brief wurde auf der Synode von Senlis im Juni 990 (vgl. auch Pontal, Conciles 95 f.) beschlossen und von Gerbert im Auftrag des Königs verfaßt. Das undatierte Schreiben spielt auf die Vorgänge in Reims im Herbst 989 an. Erzbischof Arnulf hatte sich nach seiner Wahl, die mit Unterstützung Hugos zustande gekommen war, bald von diesem abgewandt und seinen Onkel Karl von Niederlothringen in Reims aufgenommen. Zum Scheine nahm Karl den Erzbischof gefangen. Vgl. über die Ereignisse Böhmer-Uhlirz n. 1017 m. Zur Überbringung des Briefes und über dessen Erledigung vgl. n. 693. Gleichzeitig ging das Schreiben n. 692 nach Rom an. Der Brief wurde am Konzil von Verzy im Juni 991 verlesen und daher von Gerbert in seinen Konzilsbericht aufgenommen. Vgl. auch Riché II 652 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 691, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0990-06-00_1_0_2_5_0_727_691
(Abgerufen am 28.05.2017).