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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XV.) bestätigt dem Abt Witigowo von Reichenau (D. Konstanz) anläßlich seines Rombesuchs wunschgemäß die Privilegien seines Klosters, besonders die jüngst erworbenen Freiheiten, und schenkt ihm ein Kristallfläschchen mit Blut Christi.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Purchard v. Reichenau, Carmen de gestis Witigowonis (MG. Poet. lat. V 271); Urk. Johannes' XIX. v. 1031 (Zimmermann, PUU. 1117 n. 592); Gallus Öhem, Chr. (Brandt 76). Reg.: GP. II/1, 151 n. *10 u. *11.

Kommentar

Die früheste Erwähnung der Romreise Witigowos ist das noch während der Regierungszeit des Abtes 994 abgefaßte Gedicht Purchards (vgl. auch W. Berschin-J. Staub, Die Taten des Abtes Witigowo, 1992), wo (vgl. Vers 176) berichtet wird, daß die Fahrt ad persolvendum votum unternommen wurde. Purchard erwähnt an der zitierten Stelle zwar die Begegnung mit dem Papst und daß dem Abte ein vas cristallinum Christi de sanguine plenum geschenkt wurde, aber nicht die Privilegierung des Klosters durch den Papst. Beides wird von Gallus Öhem erzählt, wobei der Autor die Bestätigung der nüwe privilegia und herlichaiten durch den Papst bes. hervorhebt. Damit ist vermutlich das Privileg Ottos III. vom 21. Apr. 990 (Böhmer-Uhlirz n. 1020) gemeint, dessen Erteilung Purchard knapp vor der Schenkung des Papstes erwähnt; vgl. dazu auch K. Beyerle, Zur Einführung in die Geschichte des Klosters (Die Kultur der Abtei Reichenau, I, 1925, 112/21). Daraus ergibt sich, daß die Romreise Witigowos in die Zeit bald nach der Privilegierung Reichenaus durch Otto III. datiert werden muß. Das Papstprivileg ist verloren. Es erscheint in der von Gallus Öhem überlieferten deutschen Übersetzung der Urkunde Johannes' XIX. (Brandi 82) als Vorurkunde, während in den erhaltenen lateinischen Fassungen der betreffende Absatz fehlt, und wird zwischen n. 377 und n. 825 eingereiht. Die Nennung eines Privilegs eines Papstes Johannes für Reichenau in Urkunden Leos IX. (GP. II/1, 153 n. † 15) und Innozenz' III. (Brandi, Reichenauer Urkundenfälschungen 8 n. 86) kann kaum auf die Urkunde Johannes' XV. bezogen werden.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 689, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0990-04-00_3_0_2_5_0_725_689
(Abgerufen am 23.05.2017).