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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XV.) verkündet allen Gläubigen (omnibus Christi fidelibus), daß ihm Bischof Gebhard (II.) von Konstanz während seines Pilgeraufenthaltes in Rom von der Gründung des Benediktinerklosters (in Petershausen) am Rheim (ecclesiam cenobitarum ... super ripam fluminis, quod dicitur, Rhenus, ad honorem beati Gregorii) (D. Konstanz) berichtet und um dessen Aufnahme in den Papstschutz (sub tuitione et defensione sancti Petri et nostra nostrorumque successorum pontificum) gebeten habe; gewährt wunschgemäß dieses Privileg, erläßt Alienationsverbot und verleiht das Recht der freien Wahl des Abtes (und des Vogtes sowie des Bischofs für Weihehandlungen, falls der Ordinarius Schismatiker oder Häretiker sei). ‒ Notum esse volumus ... Scr. pm. Johannis not. et reg. et scrin. s. Lateranensis palatii in men. Apr. et ind. II. ‒ Dat. VII. kal. Mai pm. Gregorii ep. s. Portuensis eccl. et bibl. SSA. a. pont. dom. nostri Johannis ss. pp. IV.

Überlieferung/Literatur

Org.: Insert: Vita Gebehardi 15 (MGSS. X 587); Casus monasterii Petrishusenis I 27 (Feger 62 f.). Druck: Zimmermann, PUU. 574 n. 296. Reg.: J. 2933; JL. 3831; Ladewig-Müller, Reg. I 51 n. 392; Millares, Doc. I 30 n. 35; GP. II/1, 145 n. 1; Helbok, Reg. I 80 n. 163; Santifaller, LD. 318; Santifaller, Elenco 309; Böhmer-Uhlirz n. 1013a. Lit.: Harttung, Dipl. hist. Forschungen 181 f.; Hunn, Untersuchungen 67 ff.; Lerche, Privilegierung 156, 163, 174, 192 u. 208; Krebs, Quellenstudien 504 ff.; Miscoll-Reckert, Petershausen 61 ff.; Tüchle, Romfahrten 103; Kortüm, UrkSprache 304.

Kommentar

Über die handschriftliche Überlieferung vgl. abgesehen von den zitierten Editionen GP. II/1, 145 und Krebs 487 n. 3. Die älteren Drucke verzeichnet GP. II/1, 145 n. 1. Daß Bischof Gebhard während seines Rombesuches (vgl. auch n. 671) ein Papstprivileg für Petershausen erbeten und erhalten hat, wird auch sonst in der Vita und den Casus bezeugt. Ob das dann inserierte Privileg dem originalen Wortlaut voll entspricht, ist fraglich. Zumindest Interpolationen müssen angenommen werden, die Krebs 507 ff. auf den Anfang des 12. Jh. datiert, als der Investiturstreit auch Konstanz und Petershausen tangierte. Laut Miscoll-Reckert 214 f. war der Petershauser Autor der Gebhardvita um 1134 der Fälscher. Für die Verfälschung dürfte als Vorlage ein Deperditum Urbans II. gedient haben. Unregelmäßigkeiten im Formular erklären sich aber auch aus dem Einfluß der Kaiserkanzlei, vgl. Hunn 68 ff. Über die nach der Intitulation stehende Invokation vgl. Breßlau in AUE 6/1918, 29, Santifaller, Invokation 101 und Hehl in DA. 47/1991, 3 f.; über den unter Johannes XV. erstmals auftauchenden Skriniartitel vgl. Elze in Studi Gregoriani 4/1952, 37. In den Casus heißt es über das Privileg in einem Zusatz: in biblis primitus scriptum, quod et hactenus est in monasterio conservatum. Breßlau in MIÖG. 9/1888, 14 Anm. 4 erschließt ein damals nicht mehr vorhandenes Papyrusoriginal. Daß Petershausen von Gebhard sub tuitione et defensione Romanorum pontificum gestellt wurde, erfährt man schon aus einer allerdings nicht unverdächtigen Urkunde des Bischofs von 983 (Ladewig-Müller I 50 n. 387).

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 670, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0989-04-25_1_0_2_5_0_706_670
(Abgerufen am 27.03.2017).