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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XV.) schenkt dem Bischof Gebhard (II.) von Konstanz die von diesem selbst ausgesuchten Reliquien, darunter das Haupt des Papstes Gregor (I.).

Überlieferung/Literatur

Erw.: Vita Gebehardi 16 (MGSS. X 587); Casus monasterii Petrishusensis I 25 (Feger 60). Reg.: Ladewig-Müller, Reg. I 51 n. 392; GP. II/1, 125 n. *6 u. 146 n. *2; Böhmer-Uhlirz n. 1013 a. Lit.: Beissel, Verehrung der Heiligen 119; Hunn. Untersuchungen 22; Tüchle, Romfahrten 100; Maurer, Reichenau 271 f.

Kommentar

In den zitierten Quellen wird die Reliquienschenkung neben der Privilegierung des Klosters Petershausen (n. 670) als bes. Gunstzeichen des Papstes erwähnt, das dem Bischof während seines von Ende 988 bis Frühjahr 989 währenden Romaufenthaltes zuteil wurde. Unmittelbar danach soll Gebhard laut der Vita Rom verlassen haben, weil ihm die Römer den Reliquienschatz wieder abjagen wollten. Man wird deshalb die Schenkung und die Privilegierung in dieselbe Zeit datieren können. Die Reliquien wurden in Petershausen deponiert. Die Berichterstattung beider Quellen über die Schenkung trägt legendäre Züge. So soll laut der Vita die Übergabe des Hauptes Gregors I. an Gebhard durch den Papst in aller Heimlichkeit erfolgt sein (paucis et sibi familiarissimis cognoscentibus), und laut den Casus soll der Papst dem Bischof erlaubt haben, ut quicquid uno tactu de sacris ossibus manu levaret, hoc procul dubio secum deferret. Sowohl die päpstliche Großzügigkeit als auch der Wert der Reliquien machen den Bericht zweifelhaft.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 671, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0989-04-00_1_0_2_5_0_707_671
(Abgerufen am 29.05.2017).