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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XV.) gibt der Kirche Galliens (omni ecclesiae Gallicanae) und allen Gläubigen bekannt, daß er auf persönlich vorgetragene Bitten des Bischofs Lyndulf von Noyon, Tournai und Flandern sowie gemäß älteren königlichen, fürstlichen und päpstlichen Privilegien die Rechte dieses Bistums bestätigt habe, besonders die bischöfliche Gerichtsbarkeit und die bischöflichen Einkünfte im Weichbild von Noyen und in der Stadt Toumai sowie in anderen genannten, vor allem flandrischen Orten (infra procinctum Noviomi ... in Tornaco civitate ... in Flandris); befiehlt, daß das bereits zweimal in ein Kanonikerstift umgewandelte, schon seinerzeit durch Bischof Rodulf (von Noyon) und nun neuerlich durch Lyndulf wiederhergestellte Benediktinerkloster Saint-Éloi (in Noyon) (abbatiam vero sancti Eligii) im gegenwärtigen Zustand zu verbleiben habe und bestätigt genannte Besitzungen des Klosters sowie genannte Schenkungen Lyndulfs an dasselbe; bestätigt ferner genannte Schenkungen der Bischöfe Hadulf und Lyndulf (von Noyon) in Stadt und Diözese Noyon an die Kanoniker von St. Maria und St. Medard in Noyon sowie die Verpflichtung, daß jeweils vier Kanoniker den täglichen Dienst an den Reliquien der Heiligen versehen. ‒ Noverit omnium fidelium ... Scr. pm. Stephani scrin. sancti palatii in men. Maio et ind. I.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 13‒14. Jh., Beauvais Arch. Départ.: G 1984 fol. 34 (36). Drucke: J. Le Vasseur, Annales de l'église cathedrale de Noyon, II (Paris 1634) 733; Migne, PL. 137, 828; A. Lefranc, Histoire de la ville de Noyon et de ses institutions (Paris 1887) 180; Tassus, L'abbaye St-Éloi 144; Zimmermann, PUU. 572 n. 295. Reg.: J. 2931; JL. 3829; Ch. Duvivier, Actes et documents anciens intéressant la Belgique (Brüssel 1898) 9; Santifaller, LD. 319; Santifaller, Elenco 309. Lit.: A. Lefranc, Histoire de la ville de Noyon et de ses institutions (Paris 1887) 94 f.; Tassus, L'abbaye de St-Éloi 144; Lowis, Church of France 180; M. de Sars, Noyon à travers L'histoire (Chauny 1942) 21; Kaiser, Bischofsherrschaft 569 ff.; O. Guyotjeannin, Noyonnais et Vermandois aux Xe et XIe siècles (BÉCh. 139/1981, 178f.); Lohrmann, Kirchengut 64; Kortüm, UrkSprache 273 f.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Lohrmann, PUU. in Frankreich VII 101, auch Desjardins-Rendu, Inventaire sommaire 387 f. und Halphen-Lot, Recueil 161. Letztere bezeichnen die Urkunde als Fälschung. Breßlau in AUF. 6/1918, 33 verweist dagegen auf den Einfluß der Kaiserurkunde auf das Formular. Kortüm plädiert für eine Empfängerherstellung. Ältere Papsturkunden für das Bistum Noyon sind nicht bekannt, doch wurde das Privileg Johannes' XV. die Vorlage für n. 1194 sowie für die Fälschung n. 661 a für St-Éloi. Das Kloster St-Éloi erhielt zuletzt ein Privileg König Lothars von Frankreich im Jahre 979 (Halphen-Lot 127), den Kanonikern von Noyon bestätigte Karl III. von Frankreich ältere königliche Privilegien (Lot-Lauer. Recueil 1). Zur Geschichte von St-Éloi, aus dem durch Bischof Rodulf (950‒952) die Kanoniker vertrieben wurden, sich nach dessen Tod aber wieder einnisten konnten, vgl. Gall. Christ. IX 1056 f. und Tassus 137 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 664, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0988-05-00_2_0_2_5_0_700_664
(Abgerufen am 23.01.2017).