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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Einem gewissen Bal(duin), über den Erzbischof Adalbero (von Reims) wegen Verstoßung seiner Frau die Exkommunikation verhängt hatte, gelingt es, in Rom durch Betrug den Papst (Johannes XV.) für sich zu gewinnen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Gerbert v. Aurillac, Epist. 113 (Weigle, MG. Briefe II 141) (Riché I 274). Reg.:

Kommentar

In dem von Gerbert im Auftrag des Erzbischofs geschriebenen Brief wird der Bischof Rothard von Cambrai als Suffragan Adalberos ersucht, ebenfalls die Exkommunikation auszusprechen, was sich der Erzbischof schon längst erwartet habe. Über Bal(duin), dessen Name in der Briefsammlung Gerberts nur abgekürzt wiedergegeben und erst von Duchesne, SS. II 816 ergänzt wurde, ist sonst nichts bekannt. Offenbar handelt es sich um eine Persönlichkeit aus der Diözese Cambrai oder deren nächster Umgebung. Es heißt über ihn im Brief: Nichilque sibi profuerit Romam adisse, domnum papam mendatiis delusisse ... Lattin, Letters of Gerbert 154 Anm. 3 zu n. 121 bringt die Romreise des Exkommunizierten mit n. 664 in Zusammenhang, „which may have been the occasion when Bal., who was from the same section, was in Rome”. woraus sich die Datierung in den Mai 988 und in den Pontifikat des nicht mit Namen genannten Papstes Johannes XV. ergeben würde. Vgl. ansonsten zur Datierung des Briefes Uhlirz, Untersuchungen 95 und die Literaturangaben bei Weigle. Auffällig ist, daß der Erzbischof trotz der anscheinend gegenteiligen Entscheidung des Papstes auf seiner nuper getroffenen Maßnahme beharrte und auch seinen Suffragan zu einer solchen Haltung veranlassen wollte. Über den Fortgang der Angelegenheit ist nichts bekannt.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 663, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0988-05-00_1_0_2_5_0_699_663
(Abgerufen am 21.02.2018).