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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Gesandtschaft des Papstes (Johannes XV.) nach Rußland. Die Legaten haben den Auftrag, den Fürsten Wladimir von Kiew zur Annahme des römischen Katholizismus zu bewegen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Nestor-Chr. (Povest' vremennych let I 60; PSRL. I2 85); Nikon, Patriarchenchr. 6494 (PSRL. LX 42). Lit.: Ediger, Rußlands Beziehungen 81 f.; G. Laehr, Die Anfänge des russischen Reiches (1930) 80 f.; Jugie, Le schisme byz. 179; Dvornik, Making 168; Ramm, Papstvo i Rus' 43.

Kommentar

Die zitierten Quellen berichten von dieser Gesandtschaft im Zusammenhang mit der Taufe Wladimirs in durchaus legendärer Ausschmückung. Die päpstlichen Gesandten seien etwa gleichzeitig mit Boten der mohammedanischen (Wolga)bulgaren, der Juden und Griechen zu Wladimir gekommen, dieser habe alle über ihre religiösen Ansichten befragt, auch durch eigene Gesandtschaften Nachforschungen über die religiösen Verhältnisse in anderen Ländern anstellen lassen und sich endlich für das Christentum griechischer Prägung entschieden. Wahrer Kern der Legende ist wohl, daß sich das Papsttum in jener Zeit bemühte, in Rußland Fuß zu fassen, wie andere Gesandtschaften aus Rom nach Kiew beweisen; vgl. n. 553, n. 667, n. 685 u. n. 904. Die Datierung 6494 entspricht dem Jahr 986, doch wird die Taufe Wladimirs erst auf die Zeit von 987 bis 989 datiert; vgl. Laehr 110 f.; Baumgarten, Saint Vladimir 65 und Koch in Kyrios 3/1938, 258 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †656, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0986-00-00_4_0_2_5_0_690_F656
(Abgerufen am 24.07.2017).