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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XV.) ordiniert den Italiener Prokulf zum Erzbischof von Krakau.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Długosz, Cat. archiep. Cracoviensium (Opera I 382; MPH. N. S. X/2, 137). Reg.:Lit.: Ketrzyński, Biskupstwa 623; Abraham, Początec biskupstwa 178; Parczewski, Prohor i Prokulf 134 ff.; Gumplowicz, Początki biskupstwa krakowskiego 144 ff; Schmid, Grundlagen 175; Buczek, Pierwsze biskupstwa polskie 191 ff.; Widajewicz, Prohor i Prokulf 17 ff.; Dvornik, Making 250 ff.; Poklewski, Prohorius et Proculphus 173 ff.

Kommentar

Laut Thietmar v. Merseburg (MGSS. N. S. IX 184) wurde im Jahre 1000 das Bistum Krakau dem Erzbistum Gnesen unterstellt. Daß Krakau schon vorher Metropole war, ist Erfindung des spätmittelalterlichen Krakauer Historikers Długosz und aus dessen Patriotismus zu erklären; vgl. Schulte, Dlugossiana 134 ff. Laut Długosz wäre der ordinierende Papst Johannes XVI. gewesen. Ob schon vor 1000 in Krakau Bischöfe wirkten, ist strittig. Prokulf wird erstmals im Cat. ep. Cracoviensium aus dem 13. Jh. genannt und in einem zweiten Katalog aus der Mitte des 14. Jh. seine Ordination auf 986 datiert (MPH. N. S. X/2, 30). Parczewski vermutet, daß der Name aus einer Bischofsliste des französischen Bistums Auch übernommen wurde, während Poklewski auf Namensähnlichkeiten mit Bischöfen von Chalon-sur-Saône verweist. Widajewicz sah in Prokulf und dessen angeblichem Vorgänger Prohor (vgl. n. 398) Mitarbeiter und Schüler des Slawenapostels Methodios. Die italische Abkunft des Prokulf ist Erfindung des Długosz, eher könnte aus dem Namen auf deutsche Stammeszugehörigkeit geschlossen werden. Abwegig ist auch die späte genealogische Tradition, daß Prokulf der Familie Colonna entstammte; vgl. Daugnon, Gli Italiani in Polonia I 106 u. II 107.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †655, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0986-00-00_3_0_2_5_0_689_F655
(Abgerufen am 21.10.2017).