Regestendatenbank - 176.571 Regesten im Volltext

RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

Sie sehen den Datensatz 688 von insgesamt 1338.

Papst Johannes (XV.) verleiht dem deswegen nach Rom gepilgerten Erzbischof Seguin von Sens das Pallium und gewährt ihm ein Privileg, wonach den Erzbischöfen von Sens gemäß den Verfügungen früherer Päpste der Primat in Gallien samt dem Titel eines päpstlichen Vikars zustehe.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Gerbert v. Aurillac, Acta conc. Causeiensis (Olleris, Œuvres 255); Odorannus v. Sens, Chr. (Bautier-Gilles 96); Clarius v. Sens, Chr. (Bautier-Gilles 104); Gaufrid v. Courlon, Chr. (Julliot 368). Reg.: J. *2939; JL. *3839. Lit.: Gall. Christ. XII 33; Bouvier, Hist. de Sens 1324; Fliche, Séguin 153 f.; Lowis, Church of France 85; A. Fliche, La primatie des Gaules (RH. 173/1934, 336); Zimmermann, Studien 144.

Kommentar

Laut Gerbert leitete Seguin als Vertreter Johannes' XV. das Konzil von St-Basle-de-Verzy im Juni 991 (vgl. darüber Hefele-Leclercq, Hist. des conc. IV 844 ff. und Pontal, Conciles 96 ff.). Die Verleihung des Pallium und die Erneuerung des gallischen Primates soll ebenfalls durch Johannes XV. erfolgt sein, woraus sich die Datierung der Romreise Seguins in die Jahre 985 bis 990 ergibt. Bouvier möchte auf 986 datieren, Fliche, Séguin 154 u. 164 denkt eher an den Pontifikat Johannes' XIV. Seguin war seit 977 Erzbischof von Sens, so daß die Palliumverleihung schon früher hätte erfolgen können; vgl. dazu Lot, Carolingiens 337. Das päpstliche Privileg, das Seguin von seiner Romreise mitbrachte, ist nicht mehr erhalten und sein Inhalt nur aus den genannten Quellen bekannt: Certe Seguinus ... domini papae Johannis vices per Gallias sibi creditas Romae innovavit, et ita a latere apostolici cum decreto privilegii veniens, eius vices ... prosecutus est (Olleris 255). Die Verleihung des päpstlichen Vikariates an die Erzbischöfe von Sens erfolgte bereits durch Johannes VIII. im Jahre 876; vgl. JE. 3032 (MG. Epist. VII 315 ff.).

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 654, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0986-00-00_2_0_2_5_0_688_654
(Abgerufen am 21.09.2017).