Regestendatenbank - 174.569 Regesten im Volltext

RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

Sie sehen den Datensatz 683 von insgesamt 1338.

Papst Johannes (XV.) befiehlt den Bischöfen Wido (II. von Soissons), Fulko von Amiens und Balduin von Thérouanne (Guidoni venerabili episcopo, Fulconi Ambianensis civitatis venerabili episcopo, Balguino Terganensis civitatis episcopo), dem Abt Ingelard von Saint-Riquier (sancti Richarii confessoris) (D. Amiens) bei der Wiedererlangung der seinem Kloster entfremdeten Güter durch die Exkommunikation der Räuber behilflich zu sein. ‒ Si sospitatis copiam ...

Überlieferung/Literatur

Insert: Hariulf, Chr. III 25 (Lot 159). Druck: Zimmermann, PUU. 556 n. † 286. Reg.: J. 2954; JL. 3862. Lit.: Hénocque, Hist. de St-Riquier I 297 f.; Lot, Hariulf p. XXXVI: Lot, Nouvelles recherches 262.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Ramackers, PUU. in Frankreich IV 15. Außer als Insert in der Chr. Hariulfs scheint heute keine handschriftliche Kopie des Mandates zu existieren. Die Echtheit der Urkunde ist ebenso wie die von n. 648 umstritten. Lot behauptete in seiner Edition der Chr. Hariulfs die Unechtheit, hat dieses Urteil aber später zurückgezogen. Auch Ramackers IV 15 Anm. 3 tritt für die Unechtheit ein und hält die von Lot vorgebrachten Einwendungen für nicht stichhaltig. Für ein Falsifikat spricht in n. 648 die Unklarheit der Adresse. Die Mutter Balduins IV. von Flandern, Susanne, wird nicht namentlich genannt und erscheint auch nicht als Frau Arnulfs II. von Flandern. Dieser starb am 23. März 988, so daß die Romreise Ingelards (vgl. n. 647) und die beiden Mandate in die Jahre 985 bis 988 datiert werden müssen. Damals war Balduin IV. aber noch ein Kind, und auch nicht alle Regierungszeiten der in der Adresse von n. 649 genannten Bischöfe passen in diese Jahre (Wido: 972‒995, Fulko: 991‒1030, Balduin: 1015‒1030). Die Urkunde König Roberts II. von Frankreich für St-Denis von 998, die Lot, Nouvelles recherches 262 in seinem Urteil über die Mandate Johannes' XV. für St-Riquier schwankend gemacht hat, ist laut Newman, Cat. 151 eine Fälschung und kann daher nicht beweisen, daß Balduin von Thérouanne schon 998 im Amte war. Das Formular beider Papstmandate folgt nicht dem damaligen päpstlichen Kanzleigebrauch. Merkwürdig ist weiters, daß der Papst nicht den Wünschen des Abtes entsprechend von sich aus die Feinde des Klosters exkommuniziert und die Besitzungen der Abtei bestätigt hat.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †649, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0985-00-00_8_0_2_5_0_683_F649
(Abgerufen am 16.01.2017).