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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst (Benedikt VII.) erhebt das Bistum Salerno unter Bischof Amatus (I.) zur Metropole, unterstellt ihm die Suffraganbistümer Pesto, Conza, Acerenza, Nola, Bisignano, Malvito und Cosenza und verleiht dem Erzbischof das Pallium.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 674, n. 720 u. n. 1073. Reg.: IP. VIII 345 n. *10. Lit.: Savio, I vescovi di Salerno 112 f.; Groner, Diözesen 38; Klewitz, Bistumsorganisation 16; Crisci-Campagna, Salerno sacra 45 u. 65; Martí Bonet, Concesión del palio 134; Taviani-Carozzi, Salerne 672 f.

Kommentar

In der nur fragmentarisch überlieferten Urkunde Johannes' XV. (n. 674) wird die Erhebung Salernos als ein Akt erwähnt, der ab antecessoribus nostris erfolgt sei, und auch auf eine entsprechende Urkunde (concessio) verwiesen, die damals ausgestellt wurde und heute verloren ist. Aus n. 720 und n. 1207 geht hervor, daß dieses Privileg eine Palliumverleihung war, als deren Empfänger man den auch in n. 720 u. n. 1073 als ersten Erzbischof von Salerno aufscheinenden Amatus anzusehen hat. Als Aussteller der Urkunde kämen die Vorgänger Johannes' XV., Benedikt VII. und Johannes XIV., eventuell auch Bonifaz VII. in Frage. Musca, Cat. 26 hielt Bonifaz VII. für den Urheber der Salernitaner Metropolitanwürde und datiert die Erhebung auf 974. Savio 113 nimmt an, daß Benedikt VII. die Erhebung durchgeführt habe und diese dann durch Johannes XIV. bestätigt wurde; vgl. ebenso auch Acocella, La traslazione 39 f. Da jedoch in n. 674 und in den Nachurkunden nur von einem einzigen Privileg über die Erhebung Salernos und die Verleihung des Pallium an Amatus die Rede ist, wird der Plural ab antecessoribus nostris in n. 674 wohl nur pleonastisch zu verstehen sein und die Existenz jetzt ebenfalls verlorener Bestätigungsurkunden Johannes' XIV. oder Bonifaz' VII. kann ausgeschlossen werden. Als Erzbistum erscheint Salerno urkundlich erst im Jan. 986 (vgl. Cod. dipl. Cavensis II 230). Amatus wird im Juni 983 noch als presul, im Sep. 984 aber bereits als pontifex bezeichnet (Cod. dipl. II 188 u. 212). Man darf schließen, daß die Erhebung Salernos in den letzten Wochen des Pontifikates Benedikts VII. erfolgt ist, woran wohl auch die Nachurkunden Benedikts VIII. (n. 1170 u. n. 1207) erinnern. Zu den genannten Suffraganbistümern vgl. Klewitz 17 f. Die ältere Literatur verzeichnet IP. VIII 345 n. * 10.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 618, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0983-06-00_1_0_2_5_0_652_618
(Abgerufen am 21.01.2017).