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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XIV.) providiert auf Bitten des Polenherrschers (Mieszko) den vornehmen Römer Urban, Kanoniker von Santa Maria Maggiore, zum Bischof von Breslau (ad ecclesiam Smogorzoviensem).

Überlieferung/Literatur

Erw.: Długosz, Cat. ep. Wratislaviensium (Opera I 444); Długosz, Ann. 983 (Dąbrowski 198). Reg.:Lit.: Schulte, Dlugossiana 127 und 139.

Kommentar

Die Angaben des spätmittelalterlichen polnischen Historiographen Długosz sind dessen Erfindung und auch chronologisch falsch. Nach ihm hieß der providierende Papst Johannes XII. und der Petitor war König Boleslaw I. von Polen, obwohl die Provision im Jahre 983 stattgefunden haben soll. Auch von einer päpstlichen Provision kann im 10. Jh. keine Rede sein. Długosz übertrug die Verhältnisse seiner Zeit auf die Vergangenheit. Das Bistum Breslau wurde im Jahre 1000 begründet und sein erster Bischof war laut Thietmar v. Merseburg (MGSS. N. S. IX 184) Johannes. Die Namen der späteren Bischöfe sind erst ab 1051 bekannt; vgl. Brzoska, Gründung 27 ff. Die ecclesia Smogorzoviensis ist mit Schmograu zu identifizieren, das laut Długosz der erste Regierungssitz der Breslauer Bischöfe gewesen sein soll. Vgl. zu Bischof Urban auch die unkritischen Bemerkungen von Daugnon, Gli Italiani in Polonia II 162.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †624, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0983-00-00_3_0_2_5_0_658_F624
(Abgerufen am 23.06.2018).