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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XIV.) teilt dem (englischen) Herzog Aelfrik (Aelfrico inclito duci) mit, daß er von Gläubigen darüber unterrichtet worden sei, wie Aelfrik das Kloster Glastonbury (ęcclesia sanctę Dei genitricis Marię, quę nuncupatur Glęstingabvrvgh, que totius Brytannie prima et ab antiquis primoribus ad proprietatem et tutelam Romani pontificis pertinere dinoscitur) (D. Wells) beraubt und ihm genannte Besitzungen entzogen habe. Der Papst ermahnt den Herzog unter Androhung der Exkommunikation von weiterer Bedrückung des Klosters abzulassen und sich dessen Güter nicht anzueignen. ‒ Relatione quorundam fidelium ...

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 11. Jh., London Brit. Mus.: Cotton Ms. Tiberius A XV fol. 169v. Insert: Wilhelm v. Malmesbury, Gesta regum II 150 f. (Stubbs, SS. rer. Brit. 90/1, 172 f.). Drucke: Wilkins, Conc. I 257; Stubbs, Memorials of St. Dunstan 396; Birch, Cartularium III 569; Whitelock, Councils 173; Zimmermann, PUU. 550 n. 282. Reg.: J. 2874; JL. 3752. Lit.: Mann, Lives IV 298 f.; D. J. Fisher, The Anti-monastic Reaction in the Reign of Edward the Martyr (Cambridge Hist. Journal 10/1950‒52, 257); Barlow, English Church 6; Deanesly, Anglo-Saxon-Church 51.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Holtzmann, PUU. in England I 76, III 66 u. 107. Außer in den Gesta Wilhelms v. Malmesbury ist das päpstliche Mandat auch in dessen Schrift „De antiquitate Glastoniensis ecclesiae” inseriert, doch fehlt es in den Editionen dieses Werkes. Wilhelm bringt auch nur einen durch Interpolation verfälschten Text. Nur bei ihm findet sich der Satz über den Primat Glastonburys und über dessen Schutzverhältnis zum Papst, sowie eine Aufzählung der dem Kloster entfremdeten Besitzungen: ecclesias de Brentę, de Piltune, quas Ina rege dante operam, cum aliis ecclesiis, quas adhuc iuste et canonice possidet, scilicet Souueie, Stret, Merelinc, Budecale, Sapeuuic ... Vgl. dazu die Urkunde Kg. Inas von Wessex von 725 Birch I 207. Gemäß Wilhelm wäre das undatierte Papstmandat in den Pontifikat Johannes' XIII. zu datieren (vgl. auch n. 481). Bereits Stubbs meinte aber, daß Glastonbury in der Zeit des Erzbischofs Dunstan von Canterbury (960‒988) und vor allem des Königs Edgar (958‒975) kaum schutzlos den Bedrückungen des Adels ausgesetzt war und es nötig hatte, sich um Hilfe nach Rom zu wenden. Aus jener Zeit ist auch kein Herzog namens Aelfrik bekannt. Stubbs datiert daher in den Pontifikat Johannes' XV. und hält den Earldorman Aelfrik von Hampshire, der in der Zeit von 983 bis 1016 bezeugt ist, für den Empfänger des Mandates; vgl. auch Whitelock, English Historical Documents 825. Fisher verweist dagegen das Ereignis in die Zeit König Eduards II. (975‒978) und datiert das Papstmandat ins Jahr 983 und in den Pontifikat Johannes' XIV.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 623, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0983-00-00_2_0_2_5_0_657_623
(Abgerufen am 21.10.2017).