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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Kaiser Otto (II.) befragt den Papst Benedikt (VII.) über den Engelsdienst am Monte Gargano, an dem kein Sterblicher teilnehmen dürfe, wird wegen seiner Neugier vom Papste getadelt, begibt sich aber trotzdem ohne Wissen des Papstes auf den Berg und berichtet später dem Papst in Rom über sein dortiges nächtliches Erlebnis und die Erscheinung des Erzengels Michael.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Ann. Marbacenses 981 (Bloch, SS. rer. G. 9/1908, 26 f.). Reg.:

Kommentar

Die Ann. berichten von dem angeblichen Besuch des Kaisers am Monte Gargano im Anschluß an den Süditalienfeldzug Ottos in den Jahren 981‒982 und zur Begründung des plötzlichen Todes Ottos im Jahre 983. Der Bericht setzt voraus, daß der Papst den Kaiser bis zum Berge begleitet habe und ihm erst dort auf Befragen von einer Teilnahme am nächtlichen Gottesdienst der Engel abgeraten habe, verlegt dann aber die Berichterstattung des Kaisers an den Papst doch nach Rom, wo Otto kurze Zeit später starb und vom Erzengel Michael ins Himmelreich entführt wurde. Im Sommer 983 weilte der Kaiser tatsächlich in Apulien (vgl. Böhmer-Mikoletzky n. 919 a), von einem Besuch des Monte Gargano ist aber nichts bekannt. Bei Ottos Rückkehr nach Rom war Benedikt VII. schon tot und herrschte Johannes XIV. als Papst. Schon Bloch hat auf eine mögliche Verwechslung mit der Pilgerfahrt Ottos III. im Frühjahr 999 hingewiesen; vgl. auch Böhmer-Uhlirz n. 1303 a. In jedem Fall ist der Annalenbericht durchaus legendär, und auch fürs Jahr 999 erscheint eine päpstliche Beteiligung unmöglich, da gerade während der Pilgerfahrt Ottos III. in Rom eine Vakanz eintrat.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †619, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0983-00-00_1_0_2_5_0_653_F619
(Abgerufen am 27.03.2017).