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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt VII. berichtet dem Episkopat Galliens und Germaniens (omnibus confratribus et coepiscopis Gallię atque Germanię) über die im Lateran und Petersdom abgehaltene Synode (n. 598) sowie über deren Beschlüsse bezüglich der Aufhebung des Bistums Merseburg, der Restitution Merseburgs an Halberstadt, der Aufteilung der ostsaalischen Merseburger Diözese auf Zeitz und Meißen, der Bestellung des Bischofs Giselher von Merseburg zum Erzbischof von Magdeburg, der Bestätigung der Magdeburger Diözesangrenzen sowie der Begründung des Benediktinerklosters St. Laurentius in Merseburg und erinnert zur Rechtfertigung an die Unterstellung Bremens unter Hamburg durch Papst Gregor (IV.) und an den Wechsel der Kirchen durch die Apostel Petrus und Markus. Der Papst bestätigt dem von ihm ordinierten Erzbischof Giselher von Magdeburg und dessen Nachfolgern die von Papst Johannes (XIII.) dem Erzbischof Adalbert von Magdeburg gewährten Privilegien (n. 450 ff.), verleiht das Vortragekreuz und das Pallium (quicunque in Magdaburgensi ęcclesia archiepiscopus ordinetur, crucis labarum pre se ferat, pallio a predecessore nostro Johanne suis privilegiis concesso discreto tempore sollempniis utatur), gewährt die Bestellung von Kardinalpresbytern, Diakonen und Subdiakonen, welche nach römischem Muster beim Messedienst am Mauritiusaltar (im Magdeburger Dom) Dalmatika, Lisinen und Sandalen tragen dürfen (qui more Romano missas celebraturi ad altare sancti Mauritii martiris dalmaticas, lisinas et sandalia ferant), verleiht die Gleichstellung des Magdeburger Erzbischofs in allen kirchlichen Belangen mit den Erzbischöfen von Mainz, Trier und Köln (Moguntino, Treuerensi et Coloniensi ęqualis per omnia), unterstellt die Bistümer Brandenburg, Havelberg, Zeitz und Meißen (Brandenburgensem scilicet, Hauelbergensem. Cicensem, Misnensem) und ordnet an, daß das mit den Unterschriften der suburbikarischen Bischöfe versehene und durch Papstlegaten überbrachte Privileg durch die Bischöfe Galliens und Germaniens unterschriftlich bestätigt werde. ‒ Concessę nobis apostolicę speculationis ... Scr. pm. Stephani not. et reg. et scrin. SRE. in men. et ind. suprascr. X.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 1) Ende 11. Jh., Magdeburg StArch.: Rep. Cop. Nr. 1 a fol. 6v. 2) 15. Jh., Magdeburger StArch.: Rep. Cop. Nr. 6 fol. 317v. 3) 16 Jh., Hannover LBibl.: Hs. XIX 1111 fol. 30v. Erw.: Urk. Innozenz' II. v. 1131 u. 1133 (JL. 7516 u. 7629) sowie Innozenz' III. v. 1207 (Potthast, Reg. n. 3036). Drucke: Boysen, Magazin I 194: Leibniz, Ann. imp. III 415; Gersdorf, UB. Meißen I 12; Posse, UB. Meißen-Thüringen I 262; Schmidt, UB. Halberstadt I 34; Kehr. UB. Merseburg I 22; Israel-Möllenberg, UB. Magdeburg 136; Zimmermann, PUU. 529 n. 270. Reg.: J. 2915; Mülverstedt, Reg. I 150 n. 341; JL. 3808; Rosenfeld, UB. Naumburg 7 u. 9; Santifaller, LD. 318; Santifaller, Elenco 306; GP. IV/4, 80 n. 81, VI 50 n. 59 b, VII/1. 50 n. 120 u. X/1, 50 n. 78. Lit.: vgl. n. 598.

Kommentar

Die mit Ego Benedictus beginnende (vgl. Breßlau in AUF. 6/1918, 30) Synodalurkunde enthält in den erhaltenen Kopien keinerlei bestätigende Unterschriften. Die Ankündigung der Unterschriften der suburbikarischen Bischöfe verweist die Ausstellung aber noch in die Zeit der römischen Synode. u. zw. an den zweiten Verhandlungstag. Bezüglich der Anerkennung in Deutschland vgl. n. 599. Als Vorurkunden dienten außer dem Synodaldekret n. 599 die Privilegien Johannes' XIII. für Magdeburg. Anders als im Synodaldekret wird in der Papsturkunde deutlicher gesagt, was mit dem Hinweis auf Papst Gregor gemeint ist. Vgl. über die Magdeburger Kardinäle Fürst, Cardinalis 148 f. Rathsack, Fälschungen 300 ff. u. 591 ff. hat diese und die anderen Ehrenrechte Magdeburgs als Interpolation aus der Zeit um 1011/12 gewertet. Vgl. zur Gleichrangigkeit jedoch Beumann. Wissenschaft vom Ma 407 f.; Boshof, Spitzenstellung 30 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 600, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0981-09-00_1_0_2_5_0_633_600
(Abgerufen am 21.10.2017).