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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt (VII.) gibt allen Gläubigen (omnibus catholicis et orthodoxis archiepiscopis, episcopis, abbatibus, regibus et principibus ducibusque et comitibus vel universis in toto orbe terrarum Christo famulantibus) bekannt, daß in einer unter seiner und des Kaisers Otto (II.) Vorsitz im Petersdom (in ecclesia beati Petri apostolorum principis ante sacratissimum eius corpus) veranstalteten Synode nach Verlesung der einschlägigen Kanones auf Grund zitierter kanonischer Bestimmungen und biblischer Beispiele die Simonie verdammt wurde (quod ab ista hora in antea ab ostiario usque ad sacerdotium nullum pretium exinde accepturos esse). Der Papst befiehlt mit Hinweis auf das ewige Gericht die Einhaltung dieser Verfügung und fordert alle Kleriker auf, ihre Weihe in Rom einzuholen, falls sie diese nicht gratis erlangen können. Er teilt weiters mit, daß Bischof Miro (von Gerona) beauftragt wurde, das Synodalschreiben allen Erzbischöfen und Bischöfen zu überbringen, und ersucht um dessen Entlohnung für seine Mühewaltung. ‒ Notum esse volumus ...

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 17. Jh., Paris Bibl. nat.: Coll. Baluze 9 fol. 156. Drucke: P. de Marca-E. Baluze, De concordia sacerdotii et imperii (Paris 1663) lib. VI cap. 10 (Paris 1704 3) 897; Labbe-Cossart, Conc. IX 1243; Coleti, Conc. XI 973; Cocquelines, Bull. I 281; Mansi, Coll. XIX 77; Migne, PL. 137, 336; Tomassetti, Bull. I 449; Zimmermann, PUU. 512 n. 261. Reg.: J. 2911; JL. 3804; Boye, QuKat. 62; Böhmer-Mikoletzky n. 841 c. Lit.: Hefele-Leclercq, Hist. des conc. IV 835 f.; Boye, Synoden 263; Vincke, Staat und Kirche 353; Villada, Hist. de España III 325; Abadal, L'esperit de Cluny 39.

Kommentar

Laut Baluze befand sich eine Kopie in einem Codex des Klosters Cuxá, auf der auch die Drucke beruhen. Die fehlende Datierung kann aus der Teilnahme des Kaisers an der Synode erschlossen werden. Die übrigen Teilnehmer sind wohl mit denen von n. 584 identisch; vgl. Tangl, Teilnehmer 115. Als Begründung für das Simonieverbot zitiert das Synodalschreiben in freier Art den 1. Kanon von Chalcedon sowie wörtlich den 30. apostolischen Kanon und aus einem Synodaldekret Gregors I. (MG. Epist. I 365) sowie weiters aus dem Johannesevangelium; vgl. dazu Zimmermann, Rechtstradition 134 u. 136. Bischof Miro von Gerona (vgl. über ihn n. 480 u. 557) hat spätestens damals die päpstliche Anerkennung gefunden.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 585, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0981-03-00_5_0_2_5_0_618_585
(Abgerufen am 24.07.2017).