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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Vor einer unter dem Vorsitz des Kaisers Otto (II.) und des Papstes Benedikt (VII.) tagenden Synode klagt Bischof Leo (III.) von Ferrara über den anwesenden Erzbischof Honest von Ravenna (Leo indignus administrator de praedicta sancta Ferrariense ecclesia de Onesto archiepiscopo sanctae Ravennatis ecclesiae) wegen dauernder Besitzstörung in der seiner Kirche seinerzeit unter Bischof Andreas (II.) von Papst Leo (III.) verliehenen Massa Quartesana (massam idem Quartisianam, quae vocatur Capore) (bei Ferrara). Nach Verlesung der Verleihungsurkunde leistet Honest auf dieses Gebiet Verzicht und verpflichtet sich und seine Nachfolger zu einer Bußzahlung von 40 Goldpfund bei neuerlicher Besitzstörung.

Überlieferung/Literatur

Druck: Mansi, Coll. XIX 74. Reg.: JL. I p. 482; IP. V 51 n. *163 u. 209 n. 7; Boye, QuKat. 61; Böhmer-Mikoletzky n. 841 b; Zimmermann, PUU. 511 n. 260. Lit.: Uhlirz, Jahrbücher Otto II. 154; Hefele-Leclercq, Hist. des conc. IV 835; Tangl. Teilnehmer 115; Boye, Synoden 263; Vehse, Ferrareser Fälschungen 66 ff.; Wolter, Synoden 121 ff.

Kommentar

Zur Überlieferung der Synodalurkunde vgl. IP. V 209 n. 7. Die Urkunde wurde vom römischen Notar Stephan (Et ego Stefanus scriptor sanctae Romanae ecclesiae scripsi, complevi et dedi) ausgestellt und trägt an der Spitze das Datum: Dom. nostro Otto divina favente gratia aug. imp. a. XIV. sitque dom. Benedicto summo et univ. pp. ... a. VII. in men. Mar. et ind. IX., in Roma ... in ecclesia sancta Lateranensi. Das Kaiserjahr ist falsch berechnet. Als Teilnehmer der Synode werden namentlich genannt: Patriarch (Rodoald) von Aquileja sowie sieben Bischöfe und ein Abt (Homo episcopus. Benedictus episcopus, Azo episcopus, Comaclensis episcopus, Fantinus episcopus, Gebizo episcopus, Leo Vercellensis episcopus ... Ugo abbas): die Liste ist verstümmelt und fehlerhaft; ein Bischof von Vercelli namens Leo ist in jener Zeit nicht bezeugt, er müßte Petrus heißen (vgl. Pauler, Regnum 31 f.): der damalige Bischof von Comacchio ist unbekannt (vgl. Samaritani, I vescovi 19); Azo könnte der zeitgenössische Bischof Atto von Senigallia sein. Die im Synodalinstrument erwähnte Urkunde Leos III. ist verloren und ihre Echtheit umstritten; vgl. IP. 208 n. † *3 und Vehse 73 ff. Laut Vehse hat die Klage Leos von Ferrara vor Kaiser und Papst zur Ausstellung des Papstprivilegs n. 591 geführt. Vgl. auch Zimmermann in: Storia di Ravenna III 112.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 584, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0981-03-00_4_0_2_5_0_617_584
(Abgerufen am 28.03.2017).