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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Anerkennung des Samuel als Zar der Bulgaren durch den Papst (Benedikt VII.).

Überlieferung/Literatur

Erw.: Briefwechsel des Zaren Kalojan mit Innozenz III. v. 1202/1203 (Dujčev 23, 24 u. 44; Hageneder, Register V 224 ff.). Reg.:Lit.: Zlatarski, Istorija I/2, 701 ff.; Runciman, Bulgarian Empire 226; Dujčev, Innocentii papae III. epistolae ad Bulgariae historiam spectantes (Annuaire de l'université Sofia, fac. hist.-philol. 37/1942, 84); Every, Byz. Patriarchate 147.

Kommentar

Kalojan behauptete, daß Samuel coronam pro imperio aus Rom erhalten habe, verwies dabei auch auf die Anerkennung der Zaren Simeon und Petrus durch die Päpste am Anfang des 10. Jh. (vgl. n. 81) und forderte eine ähnliche Entscheidung Innozenz' III. Trotz der Behauptung Kalojans wird man aber statt an die Übersendung eines Diadems eher an eine Anerkennung der Zarenwürde Samuels denken, jedoch ist auch dies höchst zweifelhaft. Vgl. zur Kritik n. 81 und die Interpretation der zitierten Briefstellen durch Dujčev. Von einer Verbindung des Papsttums mit den Bulgaren in jener Zeit weiß man sonst nichts. Zlatarski 704 hält für möglich, daß sich Samuel um Anerkennung seiner Würde an den Papst gewandt habe und möchte als Terminus ante quem das Jahr 997 annehmen. Runciman vermutet, daß die Anerkennung Samuels durch den Papst auf Betreiben Kaiser Ottos II. erfolgte, als dieser während seines süditalischen Krieges (vgl. Holtzmann, Kaiserzeit 279 ff.) Bundesgenossen gegen die Byzantiner suchte. Dann wäre dieses Ereignis in die Jahre 981‒982 und in den Pontifikat Benedikts VII. zu datieren, wozu auch passen würde, daß der seit 976 regierende Samuel am Anfang seiner Regierung mehr auf westliche Hilfe angewiesen war als später.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 595, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0981-00-00_2_0_2_5_0_628_595
(Abgerufen am 26.03.2017).