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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt (VII.) ordiniert Rhodostamos zum Bischof von Trani und verleiht ihm ein Privileg, worin der Bischof zu guter Amtsführung ermahnt wird und die Orte Giovinazzo, Ruvo. Minervino und Montemilone (τὸ ϰάστϱον Γυβεϱναζάνον, τὸ ‘Ρούβον, τὸ Μινεϱβίνον, τὸ Μόντε Μελούνην) seiner Diözese zugesprochen werden.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Urk. d. byz. Katepans v. Italien Kalokyros v. 983 VIII. (G. Beltrani, Documenti longobardi e greci per la storia dell'Italia meridionale nel medio evo, Rom 1877, 9 ff.; A. Prologo, Le carte che si conservano nell'archivio del capitolo metropolitano della città di Trani, Barletta 1877, 32 f.). Reg.: IP. IX 290 n. *1. Lit.: A. Prologo, L'antichissima chiesa di S. Maria di Trani (Arch. stor. Pugliese 1/1894‒95, 276 ff. u. 2/1896, 53 ff.); Gay, L'Italie 361; E. Caspar, Kritische Untersuchungen zu den älteren Papsturkunden für Apulien (QuF. 6/1904, 269 Anm. 4); Klewitz, Bistumsorganisation 59; Kölmel, Kirchenstaat 52; Mastrobuoni, La chiesa Sipontina 44; Falkenhausen. Herrschaft 51 u. 168 f.

Kommentar

Die zitierte Urkunde des Katepans und deren Nachrichten über die päpstlichen Maßnahmen zugunsten Tranis wurden von Caspar wohl zu Unrecht als wenig glaubwürdig verworfen, da Rhodostamos außer in dieser Urkunde erst 1024 wieder genannt wird. Ihm folgend unterschied Klewitz zwischen dem 1024 erwähnten Rhodostamos und seinem gleichnamigen Vorgänger, doch bezieht sich die Urkunde von 1024 auf ein Ereignis, das laut Chart. Cupersanense (ed. Morea 60 n. 27) auf die Zeit vor 992 zu datieren ist; vgl. Falkenhausen 169. Bei dem verlorenen Privileg Benedikts VII. dürfte es sich um die Abtrennung der alten Diözese Canosa als Erzbistum Trani von der Metropole Bari gehandelt haben, was jedoch der Katepan nach der Wiedereroberung Süditaliens durch die Griechen nicht anerkennen wollte. Er bestätigte Rhodostamos nur in seiner bischöflichen Würde. Im Jahre 999 erscheint Trani wieder mit Bari vereinigt und Erzbischof Chrysostomos als Oberhirte beider Kirchenprovinzen (Beltrani 11 ff.). Im Apr. 980 ist noch der Vorgänger des Rhodostamos Johannes bezeugt. Laut der Urkunde des Katepans stand Rhodostamos im Jahre 982 wieder auf seiten der Byzantiner und beteiligte sich auch an der Belagerung der gegen die byzantinische Herrschaft revoltierenden Stadt Trani durch den Katepan. Die päpstliche Einflußnahme auf die Geschicke Tranis könnte daher nur in den Jahren 980 bis 982 erfolgt sein und wird am ehesten in die Zeit des Süditalienzuges Kaiser Ottos II. im Sommer 981 zu datieren sein; vgl. dazu Holtzmann, Kaiserzeit 279 ff. u. auch Mor in Arch. stor. Pugliese IV 3‒4/1951, 63.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 594, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0981-00-00_1_0_2_5_0_627_594
(Abgerufen am 29.03.2017).