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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt VII. bestätigt dem Abt Richard von Fleury (Richardo venerabili abbati Floriacensis monasterii, ubi sanctissimum corpus beati Benedicti requiescit, ... quod est situm in Gallia super fluvium Ligeris) (D. Orléans) wunschgemäß die Privilegien seines Klosters, besonders das Recht der freien Abtwahl und das Recht der freien Wahl des die Abtweihe vollziehenden Bischofs, die Befreiung des Abtes von der bischöflichen Jurisdiktionsgewalt und dessen Unterstellung unter das Gericht der Provinzialsynode, das Appellationsrecht an den Papst, die Absolutionsgewalt des Abtes, dessen Primat unter den übrigen Äbten Galliens, die Exemtion der Klosterbesitzungen, das Verbot der Ausübung bischöflicher Funktionen im Klostergebiet ohne Erlaubnis des Abtes sowie ferner den Besitz der Orte Perrecey-les-Forges, Sacierges und vor allem La Réole (locum Patriciacensem ... Capud cervium ... Regulae), der erst jüngst zur Zeit des Abtes Richard dem Kloster restituiert wurde. ‒ Convenit apostolico moderamini ... Dat. VI. id. Nov. pm. Johannis ep., bibl. SSA. a. pont. dom. nostri Benedicti ss. pp. VII., imp. dom. Ottone a Deo coronato magno et pacifico imp. XIII. a. imp. ipsius et ind. existente IX.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 18. Jh., Bordeaux, Arch. départ.: La Réole II 6 fol. 47v. Drucke: Grellet-Balguerie, Cartulaire de La Réole 176; Prou-Vidier, Recueil 170; Zimmermann, PUU. 507 n. † 258. Reg.: JL. 3803; Santifaller, LD. 318; Santifaller, Elenco 306; Mostert, Abbo 205. Lit.: Chenesseau, L'abbaye de Fleury 66; Rathsack, Fälschungen 326 f.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. auch Ramackers, PUU. in Frankreich VI 12. Prou-Vidier 39 Anm. 1 und 170 Anm. 2 bezweifeln die Echtheit der Urkunde schon deswegen, weil seit 979 nicht mehr Richard, sondern bereits Amalbert Abt von Fleury war. Vgl. dazu auch Ramackers 12 Anm. 6, wo vermutet wird, daß ein echtes Privileg Benedikts VII. für Fleury durch Interpolationen verfälscht wurde. Bes. auffällig sind die großen Rechte, die dem Abt zugesprochen werden, wie das Recht der freien Wahl des Konsekrators. Offenbar ging es dem Fälscher darum, der Abhängigkeit des Klosters vom Bischof von Orléans wirksam zu begegnen.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †578, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0980-11-08_1_0_2_5_0_610_F578
(Abgerufen am 21.01.2017).