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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt (VII.) verleiht dem Kloster San Rofillo bei Forlimpopoli unter Abt Leo (ecclesiae beati Ruphilli pontificis et confessoris Christi sitae extra murum Popiliensem ... et ... domno Leoni humili abbati) mit Zustimmung der römischen Kardinäle genannte Güter und Kirchen samt deren Pertinenzen, nimmt das Kloster und dessen Besitzungen in den Papstschutz (sub defensione et regimine sanctae Romanae ecclesiae), verpflichtet dafür die Mönche zum Singen bestimmter Hymnen, ersucht die Konsuln von Ravenna um unterschriftliche Bestätigung des Privilegs und kündigt als Beglaubigungsmittel die eigenhändige Unterzeichnung an. ‒ Casum generis humani ... A. Deo propitio pont. dom. Benedicti summi pont. et univ. pp. in apost. b. Petri apost. dom. sede a. V., regnante sicque imp. dom. Othone a Deo coronato pacifico magno imp. in Italia vero a. XIII., die XXII. Aug., ind. VIII., civitate Ravennae.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: Drucke: M. Vecchiazzani, Historia di Forlimpopoli, I (Rimini 1647) 89; Ughelli, Italia 1II 643, 2II 599; Migne, PL. 137, 335; Zimmermann, PUU. 505 n. † 257. Reg.: J. 2910; JL. 3802; IP. V 133 n. † 1; Santifaller, LD. 318; Santifaller, Elenco 306.

Kommentar

Eine handschriftliche Überlieferung des angeblichen Papstprivilegs scheint nicht mehr zu existieren. Ughelli edierte dieses nach dem damals angeblich noch vorhandenen Original im Klosterarchiv, Vecchiazzani nach einem „Catastrum abbatiae s. Ruphilli”. Die Drucke sind jedoch lückenhaft und stimmen nicht überein. So datiert Vecchiazzani auf den 20. statt auf den 22. Aug. 980, welches Jahr aber nicht das fünfte des Pontifikats Benedikts VII. war. Schon durch ihr Formular erweist sich die Urkunde als Falsifikat. Sie beginnt mit einer Invokation (vgl. Santifaller, Invokation 69), worauf gleich die Datierung folgt, die am Ende des Privilegs nur in abgekürzter Form wiederholt wird. Der Urkundentext ist in subjektiver Fassung gehalten und zeigt kaum Anklänge an das übliche Formular von Papsturkunden. Am Schluß stehen die Unterschriften des Papstes (Ego Benedictus catholicae ecclesiae ep. ss.), der Kardinalpriester Markus von St. Stephan, Johannes von Santa Croce und Leo von St. Johannes u. Paulus sowie des päpstlichen Kanzlers Julian. Die Namen scheinen alle erfunden zu sein. Die Unterschriften der Konsuln von Ravenna fehlen. Ein Aufenthalt des Papstes in Ravenna zu jener Zeit ist sonst durch keine Quelle zu belegen und könnte höchstens mit den n. 575 erwähnten Ereignissen in Zusammenhang stehen. Breßlau in AUF. 6/1918, 30 Anm. 2 glaubt dagegen die Eigentümlichkeiten der Urkunde durch die Annahme der Ausfertigung durch einen ravennatischen Notar erklären zu können.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †576, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0980-08-22_1_0_2_5_0_608_F576
(Abgerufen am 20.01.2017).