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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Mit Erlaubnis des Papstes Johannes (XIII.) (dignae memoriae auctoritate domni apostolici Johannis) veranlaßt Abt Womar vom Genter Peterskloster die Translation der jüngst in Wintershoven aufgefundenen Reliquien des römischen Archipresbyters Landoald ins Bavokloster nach Gent.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Adventus et elevatio s. Landoaldi sociorumque eius 1 (MGSS, XV 608). Reg.:Lit.: Holder-Egger, Heiligengeschichten 622 ff.

Kommentar

Mit Landoald sollen laut der zitierten Quelle auch die Reliquien seiner Schwester Vinciana, seines Diakons Amantius und der Äbtissin Landrada von Münsterbilsen in Wintershoven aufgefunden und nach Gent transportiert worden sein. Die Nachricht von der Translation übernimmt auch die Chr. des Johannes v. Thielrode 14 (MGSS. XXV 571) und läßt Abt Womar von Papst Johannes ein entsprechendes Privileg erbitten (impetravit a papa Johanne privilegia sanctos effodere). Obgleich die Auffindung der Reliquien in Wintershoven vor 971 während der Regierung des Bischofs Evraker von Lüttich erfolgte, sollen sich die Mönche des Bavoklosters, das damals dem Peterskloster (Blandigny) unterstand, um die Translation erst bemüht haben, nachdem Wintershoven im Jahre 976 durch ein Privileg Kaiser Ottos II. (Böhmer-Mikoletzky n. 710) in ihren Besitz kam. Damals regierte aber kein Papst namens Johannes. Vgl. zur Kritik der Legende und den durch die Translation ausgelösten Streit zwischen den Genter Klöstern die zitierte Arbeit von Holder-Egger.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †574, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0980-03-25_1_0_2_5_0_605_F574
(Abgerufen am 27.07.2017).