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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt (VII.) gibt allen Gläubigen (omnibus Christianis) bekannt, daß Graf Roger (I. von Carcassonne) und dessen Frau Adelheid (Adhalaice) sowie der Abt Benedikt (von St-Hilaire bei Carcassonne) nach Rom gekommen seien und um ein Papstprivileg für das Kloster Saint-Hilaire (bei Carcassonne) (monasterium, quod est consecratum in honore sancti Saturnini, ubi beatus Hilarius humatus quiescit) gebeten haben, worauf wunschgemäß dem Kloster genannte Schenkungen des gräflichen Paares (im Gebiet von Carcassonne und der Grafschaft Razès) sowie alle übrigen Besitzungen bestätigt. Besitzstörung verboten, das Recht der freien Abtwahl verliehen, das gräfliche Paar und deren Sohn Raimund der göttlichen Gnade empfohlen und Verletzung der Klosterrechte mit dem Anathem bedroht wurde. ‒ Notum sit ... Scr. pm. Stephani not. et scrin. SRE.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 17. Jh., Carcassonne Arch. départ.: H 201. Drucke: G. Besse, Histoire des comtes de Carcassonne (Béziers 1645) 81; Migne, PL. 137, 344; Mahul, Cartulaire V 64; Bouquet, Recueil IX 249; Hist. de Languedoc, nouv. éd. V 295; Zimmermann, PUU. 501 n. 255. Reg.: J. 2919; J. 3087; JL. 3812; JL. 4047; Santifaller, LD. 318; Santifaller, Elenco 307 u. 338; Martí Bonet, Reg. 400 n. 30 u. n. 31. Lit.: Kehr, Prinzipat 11; Villada, Hist. de España III 324; Abadal, Comtes catalans 311; Abadal, L'esperit de Cluny 26 u. 39; Kortüm, UrkSprache 136 ff.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Wiederhold, PUU. in Frankreich VII 15. Die Datierung der Urkunde erfolgt in den Drucken verschieden. Besse setzt die Ausstellung in den Pontifikat Benedikts VIII., Mabillon, Ann. IV 687 berichtigt das und datiert zu Benedikt VII. Dennoch erscheint das Privileg auch in neueren Regestenwerken zweimal, obwohl es sich nur um eine Urkunde handelt. Graf Roger der Alte starb 1012, nachdem er noch 1002 eine Romreise unternommen hatte. Abt Benedikt I. erscheint lebend zuletzt im Jahre 1000, ein Abt Benedikt II. ist aber 1009 bezeugt. Die Translation der Reliquien des Hilarius erfolgte 970; vgl. Mahul 61, 65 f. u. 236. Mahul entscheidet sich für eine Datierung auf etwa 982. Abadal nimmt dagegen an, daß die Urkunde gleichzeitig mit n. 568 und n. 570 ausgestellt wurde, zu welcher Zeit zahlreiche Pilger aus Südfrankreich und Katalonien in Rom weilten; vgl. auch n. 569. Laut Kortüm handelt es sich bei der Urkunde um eine Empfängerherstellung, die nach Rom mitgebracht worden war. Ein Skriniar Stephan ist zur Zeit Benedikts VII. in der Papstkanzlei bezeugt.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 571, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0979-05-00_1_0_2_5_0_602_571
(Abgerufen am 16.01.2017).