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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt (VII.) teilt dem Bischof Hildesind (von Elne) (als Abt von Rodas) und dessen Mönchen (Hildesindo episcopo et omnibus monachis monasterio sancti Petri Rodensis degentibus) mit, daß er das dem Apostel Petrus durch den Bischof als Erbherren tradierte Kloster Rodas (D. Gerona) in den päpstlichen Schutz genommen (sub tuitione et regimine beati Petri apostoli et nostra gubernatione vel defensione) sowie die Rechte des Bischofs und seiner Erben bestätigt habe; überträgt dem Kloster alle gegenwärtigen und zukünftigen Besitzungen des Apostolischen Stuhles in Südfrankreich und Spanien (omnia praedia vel alodia quae danda sunt vel data ab hodierno die et deinceps .... beato Petro apostolo nostrae urbis Romae sedis ... ab urbe Narbona usque in finibus Ispaniae); bestätigt alle Klosterbesitzungen; befiehlt die Restitution entzogener Klostergüter; stellt die Förderung der Abtei einer Pilgerfahrt nach Rom gleich; verbietet Rechtsverletzung und Besitzstörung und teilt mit, daß er die Urkunde selbst gefertigt und dem Bischof sowie den ihn begleitenden Mönchen übergeben habe. ‒ Quoniam gratissimum satisque condignum ... Scr. pm. Stephani not. atque scrin 〈in sede b. Petri apost. Romae a. trabeationis Dom. DCCCLXXXVIIII.〉, ind. VII., in men. Apr.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 17. Jh., Paris Bibl. nat.: Coll. Baluze 107 fol. 432v Erw.: Urk. Innozenz' II. v. 1130 u. Hadrians IV. v. 1157 (Kehr, PUU. in Spanien I 315 u. 358). Drucke: Marca-Baluze, Marca hispanica 921; Cocquelines, Bull. I 278; Bouquet, Recueil IX 246; Migne, PL. 137, 333; Tomassetti, Bull. I 443; Zimmermann, PUU. 496 n. 252. Reg.: J. 2907; JL. 3798; Santifaller, LD. 318; Santifaller, Elenco 305; Martí Bonet, Reg. 398 n. 27. Lit.: Kehr, Die ältesten PUU. 17; Guitert i Fontseré. Monestir 61; Villada, Hist. de España III 324; Abadal, Comtes catalans 311; Abadal, L'esperit de Cluny 26 u. 39; Baunach, Abtwahl 81; Bauer, Rechtsverhältnisse 24 ff.; Fuhrmann, Pseudoisidor II 398 ff.; Engels, Schutzgedanke 194 f.; Rathsack, Fälschungen 587 ff.; Kortüm, UrkSprache 109 ff.

Kommentar

Die zitierte Kopie und die Drucke beruhen auf dem heute verlorenen Chartular des Klosters aus dem 12.‒13. Jh. Zur übrigen handschriftlichen Überlieferung, die größtenteils durch den Archivbrand von 1936 in Vich zerstört wurde, vgl. Kehr, PUU. in Spanien I 115 u. 163 f. Der Empfänger Hildesind, der in der Urkunde auch als Abt von Rodas bezeichnet wird, ist identisch mit dem Empfänger von n. 522, wo Rodas bereits als römisches Schutzkloster erscheint. Aus der Urkunde von 979 ergibt sich, daß die Tradition des Klosters an den Papst anläßlich eines Aufenthaltes Hildesinds in Rom erfolgte; vgl. dazu und zur Datierung n. 569. Die Rechtsstellung des Klosters bleibt unklar, da sowohl das Schutzverhältnis zu Rom als auch die Eigenklosterrechte Hildesinds betont werden. Zur Übertragung päpstlicher Besitzungen in Südfrankreich und Spanien sowie zur Umschreibung dieses Besitzes vgl. Engels in Span. Forsch. I 17/1961, 18 u. 21. Auf Einflüsse des Constitutum Constantini (MG.FJG.X. 1968, 95 ff.) auf die Textgestaltung hat Fuhrmann hingewiesen. In welcher Form der Papst die Urkunde unterzeichnete, geht aus der vorhandenen Überlieferung nicht hervor. Es finden sich bloß die Unterschriften des Erzbischofs Wifred von Narbonne (1019‒1079) und der Bischöfe Stephan (II.) von Agde (990‒1035), Stephan (n.) von Apt (1010‒1046), Oliba von Vich (1018‒1046), Deusdedit von Barcelona (1010‒1029), Borell von Roda (1017‒1023), Amelius von Albi (1019‒1051) und Arnulf von Roda (1023‒1067). Die vier Erstgenannten unterschrieben wohl anläßlich der Weihe der neuen Klosterkirche im Okt. 1022 (vgl. n. 1257 und Marca-Baluze 432), die weiteren Unterschriften dürften später hinzugefügt worden sein. Auch die fehlerhafte Datierung nach der trabeatio hält Schieffer, Datierungsformular 78 f. für eine mißglückte Interpolation. Rathsack hielt die ganze Urkunde im Vergleich zu n. 570 für eine Fälschung aus der Zeit nach 1068. Kortüm plädiert für Empfängerherstellung.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 568, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0979-04-00_1_0_2_5_0_599_568
(Abgerufen am 19.10.2017).