Regestendatenbank - 176.134 Regesten im Volltext

RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

Sie sehen den Datensatz 590 von insgesamt 1338.

Papst Benedikt VII. überträgt dem nach Rom geflohenen Metropoliten Sergius von Damaskus auf dessen Bitte die Bonifatiuskirche (am Aventin) zur Begründung eines Klosters.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Epitaph Benedikts VII. (MG. Poet. lat. V 336; Montini, Le tombe 161); Epitaph des Sergius (Ferrari, Rom. Monasteries 78); Petrus Damiani, Epist. 72 De abdicatione episcopatus 10 (Reindel, MG. Briefe IV/2, 361 ff.). Reg.: IP. I 36 n. *2 u. 116 n. *1. Lit.: L. Duchesne, Notes sur la topographie de Rome au moyen âge (Mélanges d'archéologie et d'historie 10/1890, 234 ff.); Bachofen, Mons Aventinus 649; Zakrzewski, Opactwo benedyktyńskie 38 ff.; Michel, Die griechischen Klostersiedlungen 39 f.; Ferrari, Rom. Monasteries 81 f.; Hamilton, City of Rome 15; B. Hamilton, The Monastery of S. Alessio and the Religious and Intellectual Renaissance in Tenth Century Rome (Studies in Medieval and Renaissance History 2/1965, 265 ff.); Zimmermann, Dunkle Jh. 205; J. M. Sansterre, Le monachisme byzantin à Rome (Settimane di Studio del Centro italiano di studi sull' altomedioevo 34/1988, 711 ff.).

Kommentar

Über die älteren Drucke der beiden Epitaphe vgl. IP. I 36 n. *2 u. 116 n. *1 sowie die zitierten Editionen. Die umstrittene Echtheit des Papstepitaphs hat Silvagni in Arch. stor. Rom. 32/1909, 449 ff. erwiesen. Das Epitaph befindet sich in Santa Croce in Gerusalemme in Rom. Vgl. dazu auch n. 620. Es berichtet, ohne den Ort der Klostergründung zu nennen: Hiccae monasterium statuit monachosque locavit, qui laudes Domino nocte dieque canunt. Irrtümlich wurde dies in IP. I 36 n. *2 auf Santa Croce bezogen. Der richtige Ort der Klostergründung ergibt sich aus dem Epitaph des Sergius im Aventinkloster und aus Petrus Damiani, der den Vorgang am deutlichsten wiedergibt und nur insofern irrt, als er der Aventinkirche schon für die Zeit der Klostergründung den Doppeltitel beatorum Bonifacii et Alexii gibt. Über die ältere Geschichte der Kirche vgl. Ferrari. Sergius soll die Kirche laut Petrus Damiani sacerdotalibus pene officiis destituta vorgefunden haben. Das genaue Datum der Klostergründung kann aus der Schlußbemerkung des Sergius-Epitaphs erschlossen werden, wonach Sergius vor seinem am 11. Nov. 981 erfolgten Tode vier Jahre hier gelebt haben soll. Besiedelt wurde das Kloster zunächst nur durch die in der Begleitung des Sergius nach Rom gekommenen Basilianermönche, doch wurden auch Benediktiner aufgenommen, so daß sich eine Mischung östlicher und westlicher Mönchsgewohnheiten ergab. Die Flucht des Sergius aus Syrien hängt vermutlich mit dem damaligen Krieg zwischen Byzanz und den Mohammedanern zusammen, der nach dem Scheitern byzantinischer Vorstöße manche Christen zum Verlassen des Landes gezwungen haben dürfte. Zakrzewski 48 ff. u. 65 f. vermutet auch im Hinblick auf n. 702, daß Sergius früher jakobitischer Bischof in Sarug bei Edessa gewesen sei.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 560, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0977-00-00_1_0_2_5_0_590_560
(Abgerufen am 27.05.2017).