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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt VII. bestätigt dem Abt Forannan von Waulsort (Foranano religioso episcopo Scottorum ac dignissimo abbati venerabilis monasterii sanctę Dei genetricis Marię, quod est situm in episcopio Leodicensi, in villa Uualciodori, iuxta decursum fluminis, quod vocatur Mosa) (D. Lüttich) wunschgemäß sowie aus Liebe zu Kaiser Otto (II.) und Bischof Dietrich (I.) von Metz die Besitzungen seines durch den Grafen Eilbert (von Ribemont) zum eigenen Seelenheil begründeten und der Metzer Kirche (beato Stephano protomartyri civitatis Mettensis) tradierten Benediktinerklosters, besonders die Schenkung von Hastière (Hastieria) durch Bischof Dietrich, erläßt Alienationsverbot und verleiht das Recht der freien Abtwahl. ‒ Convenit apostolico moderamini ... Scr. pm. Stephani not. reg. et scrin. SRE. in men. Nov., ind. V. ‒ Dat. V. kal. Nov. pm. Stephani ep. s. Narniensis eccl. et bibl. SSA. a. III. pont. dom. Benedicti ss. pp. VII., imp. dom. nostro Ottone imp. a. IX., in men. Nov., ind. V.

Überlieferung/Literatur

Org.: Perg. (491 × 652), Namur Arch. de l'État: Abb. Waulsort, Cart. 1. Kop.: 1) 14. Jh., Namur Arch. de l'État: Abb. Waulsort n. 29 fol. 8. 2) 1525, Namur Bibl. du Grand Séminaire: Ms. Sém. 56 fol. 130. 3) 1702, Namur Arch. de l'État: Abb. Waulsort n. 35. Facs.: Despy, Chartes de l'abbaye de Waulsort n. 17. Erw.: MG. DLoth. n. 131 v. 1136 VIII. 17 (Despy 354; Böhmer-Petke n. † 499). Drucke: Ch. F. J. Galliot, Histoire générale, ecclésiastique et civile de la ville et comté de Namur (Lüttich 1790) 286; Analecta iuris pont. X 315; Limminghe, Cronique de Croonendael II 622; Despy, Chartes 331; Misonne, Eilbert de Florennes 144; Zimmermann, PUU. 479 n. †242. Reg.: Wauters, Table 1348 u. 654, VII/1, 82 u. XI/1, 37; JL. 3789; Santifaller, LD. 317; Santifaller, Elenco 304; Böhmer-Mikoletzky n. 933. Lit.: Sackur, Rechtsstreit 341 ff.; Berlière, Monasticon belge 140 f.; E. Sackur, Die Waulsorter Fälschungen (Dt. Zs. f. Gesch. Wiss. 5/1891, 156‒158); Lerche, Privilegierung 173 u. 193; Oppermann, Urkundenstudien 1209 ff.; Despy, Chartes 112 f. u. 153 ff.; Misonne, Eilbert de Florennes 70 f.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Ramackers, PUU. in den Niederlanden 52 f. Zur Erwerbung der Urkunde und zu weiteren Erwähnungen vgl. n. 550. Wie schon Sackur und jüngst Despy nachgewiesen haben, ist das in diplomatischer Minuskel des 12. Jh. geschriebene und mit einer Papstbulle versehene Scheinoriginal eine Fälschung, die den Zweck hatte, die Unterstellung des Klosters Hastière unter Waulsort zu beweisen. Während Sackur jedoch die Entstehung des Falsifikates in die Mitte des 12. Jh. datiert und Abt Wibald von Stablo als Fälscher bezeichnet hat, beweist Despy, daß die Fälschung schon zur Erwerbung des Kaiserdiploms gedient hat und knapp vorher im Auftrag des Waulsorter Konventes im Pantaleonkloster in Köln hergestellt wurde. Als Vorlage diente n. 549. Vgl. dazu auch F. J. Jakobi, Wibald von Stablo (1979) 163 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. F551, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0976-10-28_1_0_2_5_0_581_F551
(Abgerufen am 21.10.2017).