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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt VII. gibt allen Gläubigen (universis episcopis ac totius dignitatis et ordinis catholicis viris) (mit wörtlicher Verwendung von n. 456) bekannt, daß er dem Gebetes halber nach Rom gekommenen Erzbischof Dietrich (I.) von Trier (sancte Treuerensis ęcclesię predictoque fratri nostro Theoderico et per eum cunctis successoribus suis) mit Rat und Konsens des römischen Klerus und auf Grund der von Dietrich erhaltenen Informationen über die Begründung des Christentums in Trier die durch einen Stadtbrand vernichteten Papstprivilegien seiner Kirche über die Rechtsstellung des Erzbischofs und über die Besitzungen des Erzbistums bestätigt habe; verleiht dem Erzbischof als Nachfolger des vom Apostel Petrus geweihten Eucharius die gleichen Rechte, wie sie der Erzbischof von Ravenna als Nachfolger des ebenfalls von Petrus ordinierten Apollinaris besitze, besonders hinsichtlich des Gebrauches von Naccum und Crux gestans, und gestattete den (Trierer) Kardinalpresbytern für das Hochamt und ebenso den im (Trierer) Petersdom zelebrierenden Hebdomadarpriestem das Tragen der Dalmatika sowie allen Diakonen und Priestern (der Domkirche) das Tragen von Sandalen. ‒ Quia licet indigni ... Scr. pm. Stephani not. et reg. et scrin. SSA. in men. Jan., ind. suprascr. III. ‒ Dat. XV. kal. Feb. pm. Widonis ep. et bibl. SSA. a. Deo propitio pont. dom. nostri Benedicti ss. VII. pp. I., imp. dom. piissimo patre patrię aug. Ottone a Deo coronato magno imp. a. VII; ind. suprascr. III.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 1) 11. Jh., Koblenz StArch.: 1 A (Erzstift Trier Urk.) 23. 2) 12. Jh., Koblenz StArch.: Best. 162 n. 1401 fol. 104. 3) 13. Jh., Trier Stadtbibl.: Ms. 1342 a/85 fol. 131. 4‒6) 14. Jh., Koblenz, StArch.: Best. 1 C n. 1 p. 197 n. 2 p. 133 u. n. 3 p. 135. Insert: Gesta Treverorum 29 (Wyttenbach-Müller I 106; vgl. MGSS. VIII 169 add.). Erw.: Urk. Viktors II. v. 1057 (Heydenreich, Metropolitangewalt 153 n. 87). Drucke: Hontheim, Hist. Trevirensis I 312; Migne, PL. 137, 320; Beyer, Mittelrhein. UB. 1302 (fragm.); Zimmermann, PUU. 468 n. 235. Reg.: J. 2896; Goerz, Mittelrhein. UB. II 631 n. 279; Goerz, Reg. 1301 n. 1053; JL. 3783; Santifaller, LD. 317; Heydenreich, Metropolitangewalt 151 n. 61; Santifaller, Elenco 303; GP. X/1, 48 n. 73 u. 160 n. 2. Lit.: Lerche, Privilegierung 141 u. 148; Heydenreich, Metropolitangewalt 124; Oppermann, Urkundenstudien II 139 ff.; Ewig, Tradition 148 u. 180; Traeger, Der reitende Papst 31 ff.; Beumann, Wissenschaft vom Ma. 130 u. 393 ff.; Boshof, Erzstift Trier 75 ff.; Engels, Pontifikatsantritt 738; Rathsack, Fälschungen 298 ff.; Hehl, Iuxta canones 118.

Kommentar

Die Urkunde folgt bis auf die neuen Verleihungen an den Erzbischof und an den Trierer Klerus wörtlich n. 456. Neu ist die Anspielung auf die Ravennater Vorrechte. Vgl. zu den Verleihungen auch Salmon, Étude 40 f. u. 64 sowie Kehr, Erzbistum Magdeburg 20, über den Primat vor allem Ewig 175 ff. und über die Trierer Kardinäle auch Kuttner in Traditio 3/1945, 165. Wie n. 456 wurde auch das Privileg Benedikts VII. abgesehen von der zitierten Urkunde Viktors II. in zahlreichen Nachurkunden erwähnt. In der Urkunde Leos IX. v. 1049 (Heydenreich 152 n. 83) erscheint statt dessen n. 561. Zur Kritik vgl. n. 456 und Fuhrmann in ZRG. KA. 41/1955, 105 ff. Neuerdings bezweifelt Fürst, Cardinalis 186 f. die Echtheit in bezug auf die Trierer Kardinäle, wogegen sich Beumann ausgesprochen hat. Er wendet sich (Pontifikalinsignien 10, 15 u. 72) auch gegen Rathsack, laut dem es sich um eine Fälschung Maingauds von Trier von nach 1011 handelt. Vgl. in Auseinandersetzung mit Rathsack auch Hussong, Studien Fulda I 211 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 538, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0975-01-18_3_0_2_5_0_568_538
(Abgerufen am 24.01.2017).